E-Commerce

Facebook macht mit Börsenplänen Ernst

Debüt könnte bereits Anfang Mai erfolgen. Auch hierzulande stehen große Börsengänge an

- Hierzulande hat eine ganze Handvoll deutscher Konzerne die Schlagzahl bei ihren Vorbereitungen erhöht, um noch vor dem Sommer an die Börse zu gehen. Wenn die Märkte nicht einbrechen, könnten zumindest der Essener Chemiekonzern Evonik, der Versicherer Talanx, die Rheinmetall-Autozuliefer-Tochter Kolbenschmidt Pierburg und der Unterwäsche-Hersteller Schiesser noch im zweiten Quartal auf dem Kurszettel erscheinen. Die Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfungsfirma Ernst & Young rechnet sogar mit bis zu zehn Börsengängen in Deutschland im Mai und Juni dieses Jahres.

Doch auch hierzulande gilt das größte Interesse dem Facebook-Debüt. Das Unternehmen will einem Medienbericht zufolge noch im Mai den Sprung an die Börse wagen. Damit stünde der voraussichtlich größte IPO eines US-Internetunternehmens kurz bevor. Schließlich könnte der Börsengang bis zu zehn Milliarden Dollar (mehr als 7,5 Milliarden Euro) einbringen. Das acht Jahre alte Online-Netzwerk würde dabei mit 100 Milliarden Dollar bewertet und sein Gründer, der 27-jährige Mark Zuckerberg, könnte auf einen Schlag zu einem der reichsten Menschen der Welt werden. Der Betreiber des größten Sozialen Netzwerks habe in dieser Woche den Handel am Sekundärmarkt ausgesetzt, um einen Überblick über seine Aktionäre zu bekommen, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) auf seiner Website unter Berufung auf informierte Kreise. Ein solches Vorgehen sei bei Börsengängen durchaus üblich. Der genaue Zeitpunkt des IPO sei noch nicht klar, hieß es weiter. Der Zeitplan hänge vor allem von der US-Börsenaufsicht SEC ab.

Facebook, das im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 3,71 Milliarden Dollar eine Milliarde verdient hat und weltweit über 845 Millionen Nutzer verfügt, würde nur acht Jahre nach seiner Gründung an der Universität von Harvard zu den wertvollsten Unternehmen der Welt gehören. Das Online-Netzwerk mit Sitz im kalifornischen Menlo Park im Silicon Valley hatte sein geplantes Börsendebüt im Februar angekündigt.

Noch sei Facebook in Gesprächen mit der SEC über seinen Börsengang, berichtete "WSJ" unter Berufung auf eine Gewährsperson. Das Unternehmen werde voraussichtlich noch mindestens eine Ergänzung zu seinen Registrierungspapieren einreichen, hieß es. Zuletzt habe Facebook am Dienstag einen Zusatz eingereicht. Es sei unklar, für welche Maiwoche Facebook seinen Börsengang anstrebe. Der Zeitplan hänge von der SEC ab und könne sich noch ändern, hieß es. Die Nachfrage nach Facebook-Aktien auf dem Sekundärmarkt sei seit Februar stetig gestiegen. Inzwischen liege die Bewertung des Unternehmens bei etwa 105 Milliarden Dollar, berichtete "WSJ".

Mit Evonik rückt auch hierzulande der erste Milliarden-Börsengang nach der Finanzkrise in greifbare Nähe. Wenn die mit 75 Prozent beteiligte RAG-Stiftung und der Finanzinvestor CVC sich von insgesamt 30 Prozent der Anteile trennen, könnte der Börsengang leicht fünf Milliarden Euro schwer werden. Damit wäre Evonik ein Kandidat auf einen Platz im Dax und würde somit zu den 30 größten deutschen Börsenwerten zählen. Die Lufthansa als derzeit kleinster Wert kommt auf eine Marktkapitalisierung von 4,9 Milliarden Euro.