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Foodwatch: Alkoholfreies Bier enthält zu viel Alkohol

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Die Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch hat den großen Brauereien Etikettenschwindel bei alkoholfreiem Bier vorgeworfen. Dieses sei in den allermeisten Fällen gar nicht alkoholfrei, sondern enthalte lediglich weniger Alkohol, erklärte Foodwatch.

- Kritik übte die Organisation unter anderem an Clausthaler, deren "alkoholfreies Bier" tatsächlich 0,45 Volumenprozent Alkohol enthalte.

Welches Bier sich alkoholfrei nennen darf, ist in Deutschland nicht eindeutig geregelt. Der Deutsche Brauer-Bund verweist deshalb auf die Weinverordnung. Diese legt fest, dass Weine als alkoholfrei gelten, wenn sie weniger als 0,5 Prozent Alkohol enthalten. Foodwatch kritisierte, Verbrauchern sei dies oft nicht klar - sie wollten aber meist wirklich Bier ohne Alkohol trinken, wenn sie alkoholfreies kauften. Eine Umfrage der Brauerei Warsteiner von 2007 etwa zeigte, dass nahezu jeder zweite Konsument alkoholfreien Bieres sich nicht bewusst war, dass es Alkohol enthalten darf. Einem Großteil der Alkoholfrei-Trinker ist demnach aber äußerst wichtig, dass tatsächlich kein Alkohol in ihrem Bier enthalten ist. Über 80 Prozent fühlten sich laut Warsteiner-Studie von der Bezeichnung "alkoholfrei" daher in die Irre geführt.

In anderen Ländern seien die Regeln teils sehr viel strenger als in Deutschland, monierte Foodwatch. So dürften in Großbritannien etwa nur Biere als alkoholfrei verkauft werden, die weniger als 0,05 Prozent Alkohol enthielten. Darauf hätten sich Brauereien wie Beck's eingestellt: Diese verkauften in Großbritannien ein alkoholfreies Bier mit weniger als 0,05 Prozent Alkohol. In Deutschland hingegen sei der Alkoholgehalt des alkoholfreien Beck's-Biers deutlich höher. Hierzulande fanden die Verbraucherschützer bei den großen deutschen Brauereien nach eigenen Angaben überhaupt nur ein einziges Bier, das tatsächlich 0,0 Prozent Alkohol enthält. "Besonders eklatant" sei die Irreführung bei Clausthaler, kritisierte Foodwatch. Die Firma verkaufe ihr Bier in anderen Staaten mit dem Hinweis "wenig Alkohol". "Es gibt keine Rechtfertigung dafür, den Kunden auf dem Heimatmarkt unter irreführenden Angaben Alkohol einzuschenken", erklärte Oliver Huizinga von Foodwatch.

Der Brauer-Bund erklärte in einem Schreiben an Foodwatch, die "Spuren von Alkohol" bei einem Gehalt unter 0,5 Prozent hätten "keinerlei physiologische Auswirkungen auf den Körper". Dies hätten Studien mehrfach belegt.

( AFP )