Immobilien

Chamartin-Gruppe muss Insolvenz anmelden

Einer der namhaftesten Berliner Immobilienentwickler, die Chamartin Immobilien AG (CMI AG), hat am Dienstag Insolvenz angemeldet. Das geht aus einem Schreiben des Unternehmens vom gestrigen Donnerstag hervor. Ziel des Insolvenzantrages sei der "langfristige Erhalt" des Unternehmens, erklärte der vom Gericht bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Friedemann Ulrich Schade.

Die CMI AG war 2006 aus einem Zusammengehen der spanischen Chamartin-Gruppe mit dem Unternehmen des Entwicklers Heinz Meermann entstanden. Meermann war Mitte der 90er-Jahre zu einer Art Donald Trump der Berliner Friedrich- und Wilhelmstadt avanciert. In dem Quartier zwischen dem Deutschen Theater und dem Schiffbauerdamm hatte er zahlreiche Grundstücke aufgekauft. Später dehnte er sein Engagement auf weitere Berliner Bezirke aus. Zuletzt beherrschte die Chamartin-Gruppe 95 Prozent des Unternehmens.

In jüngster Vergangenheit machte das Unternehmen vor allem mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Ein geplanter Börsengang scheiterte ebenso wie der geplante Bau eines Viersternehotels am Hauptbahnhof und der einer Wasserstadt in Grünau. Andere Projekte wurden verkauft oder verkleinert. Der nach eigenen Angaben "größte Projektentwickler Berlins" hatte offenbar finanzielle Probleme. So klagten bereits im vergangenen Jahr zahlreiche Handwerksbetriebe über ausstehende Zahlungen seitens der CMI. Die Staatsanwaltschaft Stralsund ermittelte in dem Zusammenhang gegen die Resort-Hotel Kaiserbad GmbH und Co. KG, eine Tochtergesellschaft der CMI AG. In Berlin hatte das Unternehmen ambitionierte Projekte wie das eines Wohn- und Geschäftshauses gegenüber der Museumsinsel (Pergamon-Palais) zeitweise gestoppt, um es schließlich nach wochenlangem Baustopp doch noch fertigzustellen. Wie die CMI am Donnerstag erklärte, werden die unter der Holding zusammengefassten 15 Projektgesellschaften ihre Arbeit plangemäß fortführen. Sie sind finanziell selbstständig.