Gesundheit

Privatpatienten drängen in die gesetzlichen Kassen

Die Kunden der privaten Krankenversicherungen wechseln offenbar zunehmend zu den gesetzlichen Krankenkassen. Grund sind die oft stark steigenden Beiträge bei den Privaten.

"Bei uns häufen sich die telefonischen Anfragen von Privatversicherten, die zur AOK kommen wollen", sagte Wilfried Jacobs, Chef der AOK Rheinland/Hamburg dem "Spiegel". Ein Sprecher des Verbandes der privaten Krankenversicherungen (PKV) dementierte einen solchen Trend.

Dem Magazinbeitrag zufolge berichtet die Barmer-GEK von einer größeren Zahl von Wechslern. Laut ihren Zahlen wechselten im Jahr 2011 rund 27 600 Versicherte von einer privaten Versicherung zur Barmer-GEK. Das waren nach Angaben der Kasse neun Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zur Techniker Krankenkasse seien etwa 68 000 Privatpatienten gegangen, fast zwölf Prozent mehr als 2010. Die AOK Rheinland/Hamburg nannte selbst offenbar keine Zahlen. Der PKV hat für 2011 noch keine Zahlen. Ein Sprecher sagte allerdings, es gebe jedes Jahr mehrere Tausend Menschen, die umgekehrt von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechselten. Unterm Strich hätten die Privaten immer mehr Kunden gewonnen als verloren. Das Verlassen einer privaten Krankenversicherung erlaubt der Gesetzgeber nur in Ausnahmefällen, etwa bei Arbeitslosigkeit oder wenn das Gehalt sinkt.