US-Konjunktur

Wirtschaft der USA kommt langsam wieder in Fahrt

Die Arbeitslosenquote in den USA ist zum Jahreswechsel auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren gesunken. Das schürt die Hoffnung, dass die größte Volkswirtschaft der Welt stärker in Fahrt kommt, während die Euro-Zone wegen der Schuldenkrise schwächelt. Die Arbeitslosenquote fiel im Dezember auf 8,5 von 8,7 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte.

Dies ist der niedrigste Wert seit Februar 2009. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 200 000 und damit doppelt so hoch wie im November.

Seit der Rezession von 2007 bis 2009 gibt es mehr als 20 Millionen Amerikaner, die arbeitslos oder unterbeschäftigt sind. "Der US-Arbeitsmarkt erholt sich langsam aber stetig von seiner tiefen Krise", betonte Postbank-Experte Thilo Heidrich. Für den Aufbau neuer Stellen sorgte zum Jahresende aber ausschließlich die private Wirtschaft, die 212 000 Jobs schuf. Der Staat hingegen baut per Saldo 12 000 Arbeitsplätze ab. Ökonomen setzen darauf, dass die guten Nachrichten die Verbraucher bei Laune halten. "Ein fortgesetztes Beschäftigungsplus ist positiv für das US-Wachstum, denn vor allem der private Konsum profitiert von größerer Jobsicherheit", sagte Christian Schulz von der Berenberg Bank. Zudem stiegen die durchschnittlichen Löhne im Monat Dezember um 0,2 Prozent.

Die positiven Daten aus den USA sind auch ein Lichtblick für die deutsche Wirtschaft. Denn die anhaltend schwache Nachfrage aus dem Ausland hat der deutschen Industrie zuletzt einen herben Dämpfer verpasst: Ihre Aufträge brachen im November so kräftig ein wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise vor knapp drei Jahren nicht mehr. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaft um den Jahreswechsel schrumpft.

Die Unternehmen zogen 4,8 Prozent weniger Bestellungen an Land als im Vormonat, meldete das Bundeswirtschaftsministerium. Bereits im Juli, August und September waren die Bestellungen teils kräftig gesunken. "Erwartungsgemäß deutet sich damit für die Industrieproduktion eine gedämpfte Entwicklung im Winterhalbjahr an", schrieb das Ministerium. Es warnte zugleich vor übertriebenem Pessimismus.

Deshalb setzen Experten nach den guten US-Arbeitsmarktdaten nun ihre Hoffnung in die Vereinigten Staaten. Denn wenn dort mehr Menschen über ein gutes und geregeltes Einkommen verfügen, steigt die Chance, dass der private Konsum anzieht, wovon wiederum deutsche Unternehmen wie die Autobauer profitieren könnten.