Kommentar

Wechseln statt jammern

Es wäre falsch, die Gasag wegen der aktuellen Preiserhöhungen an den Pranger zu stellen. Zum einen hat sich der Versorger in den vergangenen Jahren mit Tariferhöhungen zurückgehalten. Zum anderen kündigten auch andere große Energiekonzerne in den vergangenen Monate höhere Preise an.

Dennoch darf der Verbraucher es mit der Treue zu seinem Grundversorger nicht übertreiben. Im Gegenteil: Die Berliner sollten die deutliche Preiserhöhung zum Anlass nehmen, um den Anbieter zu wechseln. Das klingt zwar fast schon wie eine Floskel. Doch anders als beim Strom ist das Einsparpotenzial bei Gas immer noch sehr hoch - ganz besonders in Berlin. Denn in der Hauptstadt hat der Wettbewerb in den vergangenen Jahren merklich zugenommen. Kleinere Anbieter besitzen - anders als die Gasag - die Möglichkeit, ihr Gas am sogenannten Spotmarkt zu relativ günstigen Konditionen einzukaufen. So lassen sich deutlich günstigere Tarife kreieren.

In konkreten Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden kann ohne weiteres 300 bis 400 Euro im Jahr sparen. So lassen sich die aktuellen Preiserhöhungen durchaus verschmerzen.