Deutsche Bank

Bundesanwaltschaft ermittelt nach Anschlag auf Ackermann

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zum versuchten Briefbombenanschlag auf Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann an sich gezogen.

Grund ist, dass sich die italienische Anarchistengruppe "Federazione Anarchica Informale" (FAI) zu der Tat bekannt hat und sich der Hauptverdacht nun gegen eine ausländische terroristische Vereinigung richtet. FAI bekannte sich außerdem zu dem Briefbombenanschlag auf den Chef der italienischen Steuereinzugsgesellschaft Equitalia, Marco Cuccagna, am Freitag in Rom. Cuccagna war dabei verletzt worden.

Die Bundesanwaltschaft kann die Verfolgung von Straftaten mit extremistischem Hintergrund an sich ziehen, wenn die Tat geeignet ist, die innere Sicherheit Deutschlands zu beeinträchtigen und dem Fall besondere Bedeutung zukommt. Im Ackermann-Fall hatte zunächst die Frankfurter Staatsanwaltschaft die Federführung. Der an den Bankenchef gerichtete Brief war am Mittwoch bei einer Routinekontrolle aufgefallen und entschärft worden. Nach den bisherigen kriminaltechnischen Erkenntnissen setzte sich der Sprengsatz unter anderem aus etwa 50 Gramm explosiven Zündmittel und einer funktionstüchtigen Zündvorrichtung zusammen, wie die Anwaltschaft erklärte.

Der linksextremistischen Vereinigung FAI sind laut Bundesanwaltschaft zwischen 2004 bis 2010 mehrere Anschläge auf Institutionen der Polizei und der öffentlichen Verwaltung in Italien zuzurechnen. Es bestehe deshalb gegen "Unbekannt" ein "Anfangsverdacht der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung in Tateinheit mit dem Versuch des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion". In dem FAI-Bekennerschreiben ist von "drei Explosionen gegen Banken, Bankiers, Zecken und Blutsauger" die Rede.