Stephan Engels

Daimler-Manager wird Finanzchef der Commerzbank

Wer Karriere machen will, darf sich von großen Herausforderungen nicht abschrecken lassen. Und Stephan Engels ist kein Zauderer. Gerade einmal drei Jahre nach seinem Studienabschluss stieg er beim Automobilkonzern Daimler zum Abteilungsleiter auf. Schritt für Schritt erklomm er die Karriereleiter bis knapp unter den Vorstand. Doch die Herausforderung, die er jetzt angenommen hat, ist eine Mammutaufgabe

Als neuer Finanzvorstand der Commerzbank muss er nichts Geringeres tun, als das Fünf-Milliarden-Kapitalloch des Instituts zu stopfen - und das in wenigen Monaten.

Am Freitag gab der Aufsichtsrat der zweitgrößten Bank des Landes grünes Licht für die Umbesetzung des Vorstands. Engels folgt auf Eric Strutz, dessen Vertrag Ende März 2012 ausläuft. Dass die Bank einen externen Manager gewinnen konnte, ist eine Überraschung: Die Bank unterliegt noch immer einer Gehaltsgrenze von 500 000 Euro. Der Commerzbank-Vorstand kann erst dann wieder auf Millionengehälter hoffen, wenn die Bank keine Verluste mehr schreibt oder die Staatshilfen zurückgezahlt hat. Beides wird angesichts der erhöhten Kapitalanforderungen der EU-Aufsicht schwieriger.

Mit dem Satz "Geld ist nicht alles", soll Engels die Frage parieren, warum er sich darauf einlasse, einen schlechter bezahlten Job anzunehmen. Bislang kennt der der 49-Jährige nur einen einzigen Arbeitgeber: Daimler. Gleich nach dem Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft begann der Hamburger 1988 bei dem Stuttgarter Konzern als Trainee. Erst vor kurzem hatte er sein 25-jähriges Firmenjubiläum. Derzeit ist Engels Finanzvorstand der Sparte Mercedes-Benz Cars, Van & Corporate.

"Er ist Zahlenmensch und guter Kommunikator zugleich. Ich bin sicher, dass er die neue Aufgabe hervorragend meistern wird", sagt Deutz-Managerin Margarete Haase, die Engels aus der Trainee-Zeit kennt. Dass eine seiner Karrierestationen der Posten des Finanzvorstands der Daimler Bank und später Finanzvorstand der Konzernsparte Financial Services war, hat den Sprung in die Frankfurter Hochfinanz erleichtert: Denn damit dürfte der Genehmigung der Personalie durch die Bankenaufsicht Bafin nichts mehr im Wege stehen. Somit kann Engels voraussichtlich ohne Verzögerung bei der Commerzbank beginnen.