Erfolgreich

2011 wird zum Rekordjahr für deutsche Autobauer

Nach Rekorden bei Produktion, Export und Umsatz erwartet die deutsche Autoindustrie für das kommende Jahr ein deutlich verhalteneres Wachstum. Die Branche erwarte "ein hartes Arbeitsjahr" mit "mehr Gegenwind", sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Freitag in Berlin.

Für 2012 sei er dann zuversichtlich, "wenn es gelingt, die Finanzmärkte zu stabilisieren". Wissmann prognostizierte Autoverkäufe auf dem Niveau des laufenden Jahres.

Hier wird die Branche nach Schätzung des VDA 2011 ein Wachstum der Absätze auf dem Heimatmarkt von rund acht Prozent auf 3,1 Millionen und der Exporte von sieben Prozent auf knapp 4,6 Millionen Autos erzielen. Diese Werte sollten auch 2012 mindestens erreicht werden, hieß es. Zudem werde die Pkw-Produktion in Deutschland im laufenden Jahr mit mehr als 5,9 Millionen einen neuen Rekord aufstellen und die Zahl der Beschäftigten bei Herstellern und Zulieferern auf Jahressicht um 23 600 auf 730 000 steigen. Die Umsätze der Branche sollen um 13 Prozent auf insgesamt 358 Milliarden Euro zulegen. Nach VDA-Angaben stieg die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland dabei im November im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 269 300 Autos, wobei sich das Wachstum gleichmäßig auf deutsche Konzerne und ausländische Hersteller verteilt habe. Produktion und Export wuchsen demnach um je sieben Prozent auf 555 700 und 426 800 Pkw.

Im kommenden Jahr rechnet Wissmann vor allem in Asien mit weiterem Wachstum. So solle allein der chinesische Markt um insgesamt acht Prozent auf 13,2 Millionen Neuwagen wachsen, Indien solle zehn Prozent auf gut 2,9 Millionen Autos zulegen. Risiken sieht Wissmann dagegen in Westeuropa. "Sollte die Lage an den Finanzmärkten angespannt bleiben, ist auch ein leichter Rückgang vorstellbar", sagte er. Allerdings seien die Unternehmen der Branche "flexibel genug, um einen eventuell schwächeren Westeuropa-Markt international ausgleichen zu können". Im laufenden Jahr liegt die Exportquote für deutsche Autos nach VDA-Angaben bei 77 Prozent. Dabei gehe weniger als ein Drittel der Ausfuhren in Euro-Staaten.

Vor allem in den USA konnten die deutschen Autobauer zum Jahresende ein beeindruckendes Tempo vorlegen. Audi, Mercedes-Benz und Mini stellten für den November Verkaufsrekorde auf, auch VW und BMW wurden teils deutlich mehr Autos los. Einzig Porsche musste Abstriche machen. Gewinner unter den US-Marken war mit einem Plus von 45 Prozent Chrysler, aber auch Ford und General Motors legten zu. Die US-Verbraucher zeigten sich zum Jahresende bei den Autos in Kauflaune. Nach einer Auswertung des Branchenblatts "Automotive News" stiegen die Autoverkäufe in den USA im Vergleich zum Vorjahresmonat um satte 19 Prozent.