Krankenversicherung

Verbraucherschützer geißeln Zusatzkosten für Privatversicherte

Minimale Leistung für wenig Geld: Jahrelang haben private Krankenversicherer Kunden mit Dumping-Angeboten gelockt.

Doch die Billig-Tarife haben sich für die Kassen nicht gelohnt. Die meisten Kunden sind nicht, wie erhofft, in höhere Tarife aufgestiegen, sondern blieben beim medizinischen Grundschutz für wenig Geld. Etliche Kunden können die Beiträge nicht mehr bezahlen. Das Geschäftsmodell hat versagt, klagen Verbraucherschützer. Denn nun müssen die privaten Krankenversicherer eine riesige Beitragslücke stopfen und geben den Fehlbetrag an ihre Kunden weiter.

"Managementfehler werden nun auf die Versicherten abgewälzt", sagt Lars Gatschke, Versicherungsexperte beim Bundesverband Verbraucherzentralen. "Die Prämiensteigerung resultiert aus der Falschkalkulation der Unternehmen." Die Central ist nicht die einzige private Krankenversicherung, die mit den Einsteigertarifen im Wettbewerb bestehen wollte. Andere Anbieter werden bei der Tariferhöhung nachziehen, glaubt Gatschke.

Bei der Central müssen die Kunden mit der höchsten Erhöhung rechnen. Die Tochterfirma der Generali kündigte Tariferhöhungen von durchschnittlich 12,9 Prozent an, vielen Versicherten drohen jedoch Zuschläge von 20 und mehr Prozent. Betroffen seien mehr als eine halbe Million Versicherte. Gründe für die Beitragserhöhung seien die Leistungsentwicklung sowie Mitglieder, die ihre Beiträge nicht zahlten, sagte der Sprecher. Der Versicherer kündigte zudem an, keine Einsteigertarife mehr anzubieten, da zu wenige Kunden danach in leistungsstärkere Tarife gewechselt seien.