Marktbericht

Hoffen auf die "Bazooka"

Die Nerven der internationalen Anleger liegen blank. Immer weiter frisst sich die Euro-Krise in den Kern Europas und drängt sich fast stündlich mit Schockmeldungen ins Bewusstsein der Investoren.

Mal ist es der Bonitätsverlust eines Schuldenstaates, mal ein plötzlicher Zinssprung bei der Auktion von Staatsanleihen. Die schlechten Nachrichten wollen einfach nicht abreißen. Wie geht es weiter? Wann kommt der Befreiungsschlag und wie nachhaltig wird er sein?

Auf ein umfassendes Lösungspaket zur Bekämpfung der ausufernden Schulden warten die Anleger bislang vergebens. Für Unruhe sorgt vor allem, dass der Vertrauensverlust zunehmend auch auf die starken Länder Europas übergreift. Nach Meinung von Experten hat nur noch die Europäische Zentralbank (EZB) kurzfristig die Macht, dem Untergang der Währung entgegenzuwirken, indem sie sich von ihren Prinzipien verabschiedet und ohne Limit Staatsanleihen der Schuldensünder aufkauft. Fachleute nennen dieses letzte Mittel Bazooka und vergleichen somit die Wirkung der EZB-Maßnahme in martialischer Form mit einer panzerbrechenden Waffe. Experten fragen sich nicht mehr, ob diese Waffe zum Einsatz kommt, sondern nur noch wann.

Der Druck auf Angela Merkel, den Widerstand gegen die Bazooka aufzugeben, steigt rasant. Es bleibt nur die Hoffnung, dass die Feuerwaffe der EZB mehr Nutzen bringt als sie an verbrannter Erde hinterlässt.