Augsburg

Druckmaschinenbauer Manroland stellt Insolvenzantrag

Hiobsbotschaft für die 6600 Beschäftigten der Manroland AG: Der traditionsreiche Druckmaschinenhersteller ist pleite.

Der Konzernvorstand stellte am Freitag Insolvenzantrag beim Amtsgericht Augsburg, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die Mitarbeiter wurden gleichzeitig auf Betriebsversammlungen in Augsburg, Offenbach und Plauen informiert. Es ist die größte Firmenpleite in Deutschland seit zwei Jahren. Manroland steckt wie die gesamte Druckmaschinenbranche seit Langem in der Krise - das Unternehmen schreibt tiefrote Zahlen, die Mitarbeiter mussten Kurzarbeit hinnehmen und verzichteten auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. In der Nacht zum Freitag zogen die Anteilseigner, die Allianz-Versicherung und der Lastwagenhersteller MAN, die Reißleine und beschlossen auf einer Aufsichtsratssitzung die Insolvenz. Am stärksten betroffen ist Augsburg mit 2400 Mitarbeitern. In Offenbach sind 1900 Arbeitnehmer beschäftigt, in Plauen 700. Für die IG Metall zeigte sich der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Kerner "bestürzt über die Entscheidung".

Der vom Gericht berufene Insolvenzverwalter muss jetzt in den nächsten drei Monaten versuchen, den Betrieb aufrechtzuerhalten und eine Lösung zu finden. Erst danach würde das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet.