Berlin

Troika empfiehlt nächste Tranche für Griechenland

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Griechenlands Chancen auf die nächste Milliardenhilfe seiner Partner sind gestiegen. Die Experten der Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) gaben am Dienstag zum Abschluss ihrer Prüfmission eine Empfehlung dafür ab.

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Mittelmeerland Anfang November eine Zahlung von acht Milliarden Euro erhalten und damit bis auf Weiteres vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt wird. Die deutsche Regierung sprach von "Licht und Schatten" in der Troika-Erklärung. Entschieden werde über die Freigabe der nächsten Hilfe erst nach dem Abschlussbericht der Experten.

Über eine endgültige Freigabe der letzten Tranche aus dem ersten Rettungspaket entscheiden die Euro-Finanzminister und der IWF. Ein Treffen der Finanzminister ist noch vor dem nächsten EU-Gipfel am 23. Oktober geplant. Unterdessen drückte die Furcht vor massiven Abschreibungen als Folge eines möglichen Schuldenschnitts die Kurse griechischer Banken am Dienstag massiv. Der Athener Bankenindex brach um 13,2 Prozent und damit überproportional ein.

Die Troika-Inspektoren erklärten nach Beendigung der Gespräche mit der Regierung in Athen, sie seien zuversichtlich, dass das Mittelmeerland bei einer entschlossenen Umsetzung der Sparziele das Defizit-Ziel für 2012 erreicht. Trotz der Rezession sei die Neuverschuldung deutlich gesenkt worden. Für das laufende Jahr hat sich Griechenland bereits von der Defizit-Zielmarke von 7,6 Prozent verabschiedet. Die griechische Wirtschaftsleistung ging im zweiten Quartal um 7,3 Prozent zurück. Die Troika erklärte nun, die Rezession werde tiefer sein als im Juni prognostiziert. Erst ab 2013 sei mit einer Erholung zu rechnen.

Zugleich mahnten die Inspektoren in ihrem fünften Bericht zu den Fortschritten in Griechenland weitere Maßnahmen der Regierung in Athen an, um die Ziele für 2013 und 2014 zu erreichen. Die Fortschritte bei den bisherigen Reformen seien holprig. Vor allem die Privatisierungseinnahmen würden niedriger ausfallen als zunächst erwartet. Athen rechnet nach Angaben der Troika trotzdem damit, bis Ende 2014 durch Privatisierungen 35 Milliarden Euro einzunehmen. Bisher hat es keinen Ausverkauf gegeben.

Die griechische Regierung reagierte erleichtert auf die Erklärung der Troika und bezeichnete diese als ausgewogen und positiv. Die Abreise der Experten wurde in Athen allerdings von Protesten und Streikaktionen der Bevölkerung begleitet. Auf Plakaten mit Aufschriften wie "Nein zu Entlassungen, Nein zu Lohnkürzungen" demonstrierten die Griechen gegen den Sparkurs der Regierung.