Geld

Rätselraten um das Erbe von Steve Jobs

Nach dem Tod von Apple-Chef Steve Jobs wird darüber spekuliert, was mit seinem Vermögen geschieht, das "Forbes" auf 8,3 Milliarden Dollar (6,2 Milliarden Euro) schätzt. Der private Reichtum stammt vor allem aus dem Verkauf des erfolgreichen Animationsstudios Pixar an Disney. Ein Testament des Apple-Gründers, der im Alter von 56 Jahren verstoben ist, ist noch nicht bekannt.

Doch Weggefährten gehen laut US-Medien davon aus, dass Jobs' Ehefrau Laurene die Verantwortung für das Vermögen übernehmen wird.

Jobs, bekannt für seinen schlichten Kleiderstil mit schwarzem Rollkragenpulli und Jeans, hatte sich nie viel aus Geld gemacht. Sein Haus war groß, aber nicht protzig, der einzige bekannte Luxus war ein hochgetuntes Mercedes-Benz-Coupé. Das Äußere soll für Jobs kaum eine Rolle gespielt haben. Zugleich wurde immer wieder bemängelt, dass der Apple-Chef im Gegensatz zu anderen aus dem Club der Reichen wie zum Beispiel Microsoft-Gründer Bill Gates oder Facebook-Chef Mark Zuckerberg nicht als großzügiger Spender in Erscheinung getreten sei. Auch Investmentlegende Warren Buffett habe Jobs nicht für seine groß angelegte Milliardärs-Spendeninitiative gewinnen können. Doch nun schürt Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt die Erwartung, dass von Jobs' Milliarden noch Großes zu erwarten sein könnte. Er könne zwar nicht darüber reden, was mit dem Vermögen des gestorbenen Apple-Gründer passiert, sagte der langjährige Freund und Rivale der "New York Times". Aber: "Das alles wird sich entfalten. Ich sage nur, dass er ein sehr nachdenklicher Mensch war und sich sehr um die Welt sorgte."

Erst im August hatte die "New York Times" jedoch in einem Artikel geschrieben, es gebe keine öffentlichen Aufzeichnungen darüber, dass Jobs Geld an wohltätige Organisationen gegeben habe. Auch gebe es keine Krankenhausflügel oder akademischen Gebäude, die seinen Namen trügen. Und ein Wohltätigkeitsprogramm habe Jobs nach seiner Rückkehr zu Apple 1997 eingestellt und nie wieder eingeführt - trotz eines Gewinns von 14 Milliarden Dollar allein im vergangenen Jahr, berichtete die "New York Times". Apple startete daraufhin im September ein Programm, bei dem Spenden der Mitarbeiter an wohltätige Zwecke mit demselben Betrag durch das Unternehmen unterstützt werden. Außerdem habe Jobs durchaus wohltätig gehandelt, sagte etwa der U2-Sänger und Aktivist Bono nach dem Erscheinen des "New York Times"-Artikels. "Apples Beitrag zu unserem Kampf gegen Aids in Afrika war von unschätzbarem Wert".