Leiharbeit

IG-Metall-Vize nennt von der Leyen "Erfüllungsgehilfin"

Kurz vor dem Gewerkschaftstag der IG Metall am Sonntag greift der Zweite Vorsitzende Detlef Wetzel die Arbeitgeber scharf an. Mit Blick auf den Schulterschluss während der vergangenen Krise nennt es Wetzel "einen Glücksfall der Geschichte", dass die Kooperation zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern damals funktioniert habe.

"Wer jetzt angenommen hätte, damit wäre ein neues Buch dieses Modells aufgeschlagen, liegt falsch. Wir haben nie dran geglaubt, denn wir wussten durch die Erfahrungen der Vergangenheit, dass es irgendwann heißen würde: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen", so Wetzel.

Die Arbeitgeber seien dabei, mit der Leiharbeit eine zweite Billiglohnlinie in den Betrieben einzuziehen. Gesamtmetall habe eine unverantwortliche Haltung zum Thema Leiharbeit. Inzwischen gebe es eine Vielzahl von Konflikten, die in einem funktionierenden System anders geklärt werden müssten. "Das Modell, das sich in der Krise bewährt hat, hat Schaden genommen", so Wetzel. Das Thema prekäre Beschäftigung zerstöre die gesicherte Position der IG Metall. Auch die Politik griff Wetzel scharf an: Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sei die "Wegbereiterin von schlecht bezahlter Leiharbeit". "Wenn man sie an ihren Taten und nicht nur an ihren Worten misst, macht sie gar nichts. Sie ist eine Erfüllungsgehilfin des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Zeitarbeitsverbände", so Wetzel.