Liquiditätsprobleme

Zerschlagung droht: Dexia-Aktie vom Handel ausgesetzt

Die Aktien des vor der Zerschlagung stehenden Finanzkonzerns Dexia sind am Donnerstagnachmittag nach einem weiteren heftigen Kurssturz vom Handel ausgesetzt worden. Dies galt für die beiden Handelsplätze Paris und Brüssel.

Hintergrund sei ein entsprechender Antrag der belgischen Behörden gewesen, teilte der Börsenbetreiber Euronext mit. Die Papiere der belgisch-französischen Bank hatten zuletzt bei 0,85 Euro notiert. Dies entsprach einem Minus zum Vortageskurs von rund 17 Prozent.

Am Donnerstagvormittag hatten sich Gerüchte über eine bevorstehende Verstaatlichung von Teilen des Finanzinstruments gemehrt. Die belgischen Nachrichtenagentur Belga erfuhr aus einer Regierungssitzung in Brüssel, dass der belgische Teil, die Dexia Banque Belgique, nationalisiert werden dürfte. Daneben solle eine "Bad Bank" für Risikopapiere eingerichtet werden, die mit Staatsgarantien aus Frankreich und Belgien abgesichert wird. Der belgische Ministerpräsident Yves Leterme betonte unterdessen erneut, dass die Regierung das Überleben der Bankengruppe sicherstellen werde.

Dexia hat Liquiditätsprobleme. Weil die Bank problematische Wertpapiere für 95 Milliarden Euro hält, hat sie an den misstrauischen Finanzmärkten Schwierigkeiten, sich frisches Kapital zu besorgen. Belgische Medien berichteten von massiven Geldabflüssen. Laut der Tageszeitung "De Tijd" zogen Anleger im September mehr als eine Milliarde Euro an Einlagen ab. Seit Beginn Oktober habe sich die Entwicklung noch einmal beschleunigt, hieß es. Dexia äußerte sich am Donnerstag zunächst nicht.