Marktbericht

Die Börse kommt wieder ins Lot

In den vergangenen Wochen schien sich die Börse komplett von der Wirtschaft abgekoppelt zu haben.

Weder Unternehmensnachrichten noch Konjunkturmeldungen konnten die Märkte in logischer Weise beeinflussen. Trotz guter Quartalszahlen sackten die Kurse ins Bodenlose. Ein anderes Mal stiegen sie rasant, obwohl weltweite Rezessionswarnungen die Runde machten. Die Börse war alles andere als der Spiegel der Wirtschaft, der sie eigentlich sein soll. Doch am Freitag schien es, als ob die Märkte ein stückweit zur Normalität zurückgekehrt wären. Wegen der Sorgen um eine Wachstumsabschwächung in China und die anziehende Inflation in den Euro-Ländern zogen Anleger ihr Kapital aus den Aktienmärkten ab. Diese Entwicklung zeigt, dass die Börsenwelt auf lange Sicht wieder ins Lot zu kommen scheint, und - wenn auch mit zeitlichem Vorsprung oder Rückstand - wieder zum Spiegel der Wirtschaft wird. Allerdings haben sich die Märkte, auf denen der globale Fokus liegt, deutlich verschoben. Inzwischen ist es China, das den Takt vorgibt und die Anleger in Atem hält. Schließlich ist das Reich der Mitte als größter Gläubiger der USA wichtige Stütze für die dortigen Staatsfinanzen. Gleichzeitig werden die Chinesen immer wieder als Retter für das eine oder andere in Not geratene Euro-Land gehandelt. Auch wenn diese Rettung bislang nur verbal geschieht, zeigt sich die künftige Weltordnung.