Fachkräfte

Wichtige Wertschätzung

Es ist eine gute Nachricht, dass die Länderkammer das Anerkennungsgesetz der Bundesregierung nicht aufgehalten hat. Das Gesetz dient vor allem der besseren Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt.

Wenn künftig jeder Antragssteller binnen drei Monaten einen Bescheid erhält, ob seine Ausbildung hierzulande anerkannt wird, haben die Zuwanderer die Chance auf eine faire Behandlung. Und dann muss der russische Techniker hoffentlich nicht mehr Teller waschen und die iranische Ärztin nicht mehr Taxi fahren. In den meisten Fällen dürfte es aber auf eine Teilanerkennung hinauslaufen, weil die Berufsausbildung von Land zu Land unterschiedlich ist. Doch dann weiß der Betroffene in Zukunft, welche Qualifizierungen er noch braucht, um im erlernten Beruf arbeiten zu können. Und auch dann gilt: Der Schneidermeister, der als Schneidergeselle arbeitet, ist immer noch besser dran, als wenn er gar keinen Job findet.

Mit der besseren Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse schiebt sich Deutschland im weltweiten Konkurrenzkampf um kluge Köpfe ein gutes Stück nach vorn. Denn ein Land, das signalisiert, dass es die Qualifikationen von Zuwanderern unabhängig von ihrer Herkunft wertschätzt, ist attraktiv. Doch das neue Gesetz regelt nur einen Teil der Berufe neu. Eine Vielzahl von Ausbildungen ist jedoch Ländersache. Das gilt etwa für die dringend benötigten Erzieherinnen ebenso wie für die händeringend gesuchten Ingenieure. Es bleibt zu hoffen, dass die Länderregierungen nun bald nachziehen.