Marktanteil

Elektronikriese Samsung entthront Apple

Der südkoreanische Konzern Samsung hat im Rennen mit Apple die Nase vorn: Die Südkoreaner verkauften zwischen Juli und September deutlich mehr Smartphones als die Kultmarke aus den USA. Wie am Freitag vorgelegte Zahlen der Marktforscher von Strategy Analytics zeigte, erreichte Samsung im dritten Quartal einen Marktanteil von 23,8 Prozent aller global verkauften Internethandys - neun Prozentpunkte mehr als Apple.

Der Markt für Smartphones, also internetfähige Handy, boomt derzeit. Apple hatte im Jahr 2007 mit seinem ersten iPhone-Modell dem multimediafähigen Mobiltelefon zum Durchbruch verholfen. Seitdem brachten auch die Konkurrenten wie HTC, Motorola und Sony Ericsson Handys auf den Markt, die über einen berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert werden. Der erfolgreichste Apple-Rivale ist jedoch Samsung.

"Die einzige wirkliche Konkurrenz für Samsung ist das iPhone 4S", sagte Fondsmanager Kim Hyun Joong von Midas Asset Management. Die fünfte Version des populären Handys von Apple ist im Oktober auf den Markt gekommen und verspricht hohe Verkaufszahlen. Das Smartphone wurde in den ersten drei Tagen vier Millionen Mal verkauft - mehr als doppelt so häufig wie der Vorgänger. Doch auch Samsung hat ein neues Gerät in petto: Das Galaxy Nexus mit der neuen Version des Google-Betriebssystems Android wird im November in die Läden kommen.

Alle hoffen, mit ihren neuen Geräten im wichtigen Weihnachtsgeschäft punkten zu können. Samsung setzt auf einen anhaltend starken Absatz von Smartphones. Allein von Juli bis September brachte Samsung 28 Millionen dieser Geräte an den Mann - vier Mal mehr als ein Jahr zuvor. Bei Apple gingen lediglich rund 17 Millionen iPhones über den Ladentisch. Das waren 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Apple-Management begründete das mit der Zurückhaltung der Kunden vor der Vorstellung des neuen iPhone 4S.

Samsung ist aber nicht nur der größte Konkurrent der US-Firma und streitet sich derzeit mit dem Konzern aus San Francisco vor zahlreichen Gerichten weltweit um wichtige Patente. Die Chip-Sparte des südkoreanischen Konzerns profitiert gleichzeitig von den erfolgreichen Produkten mit dem Apfel. Samsung-Chips werden nicht nur bei dem Galaxy eingesetzt, sondern auch in iPhone und dem Tablet-PC iPad. Dank der erfolgreichen Smartphones hielt sich der Gewinnrückgang in der Sparte mit einer Halbierung in Grenzen. Die Preise für DRAM-Speicherchips sind zuletzt um 50 Prozent gefallen und Hersteller wie Hynix oder Elpida Memory rutschten tief in die roten Zahlen. Der Einbruch im Chipgeschäft brockte Samsung allerdings auch einen Gewinnrückgang im Gesamtkonzern ein. Operativ verdiente der Elektronikkonzern im dritten Quartal mit umgerechnet 2,7 Milliarden Euro 13 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Samsung und Apple liefern sich seit Monaten einen Streit um Patente und Design bei Smartphones und Tablet-PCs. Apple ließ den Verkauf des neuen Samsung-Tablets Galaxy Tab in mehreren Ländern gerichtlich verbieten, da die Südkoreaner das Aussehen des iPad von Apple nach Ansicht des US-Konzerns kopiert haben. Auch gegen den Vertrieb einiger Samsung-Smartphones geht Apple vor. Die Südkoreaner werfen Apple Patentverletzungen vor und versuchen ebenfalls in einer Vielzahl von Staaten, den Import oder Verkauf von iPhones zu verbieten. Gleichzeitig arbeiten beiden Konzerne aber anderswo zusammen.