Energie

Erstes CO2-freies Hybridkraftwerk startet in der Uckermark

Das weltweit erste treibhausgasfreie Hybridkraftwerk hat am Dienstag in der Nähe von Prenzlau den Betrieb aufgenommen. Es soll auch in windarmen Zeiten Strom aus erneuerbaren Energien liefern und so deren Wirtschaftlichkeit steigern.

Das Hybridkraftwerk in Brandenburg kann aus gerade nicht benötigtem Windstrom Wasserstoff herstellen. Das sogenannte Windgas soll bei der Rückverstromung im Kraftwerk die Lieferschwankungen erneuerbarer Energien wie Photovoltaik und Windenergie ausgleichen. So will die Branche die durch den Atomausstieg entstehende Lieferlücke schrittweise mit erneuerbaren Energien schließen. Es gehe darum, Strom, Wärme und Wasserstoff-Mobilität aus erneuerbaren Energien wirtschaftlicher aus einer Hand anzubieten, sagte Werner Diwald, Vorstand des Windstromanbieters Enertrag. Mit Wasserstoff lassen sich auch Autos betreiben, ohne dass schädliches Treibhausgas entsteht.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) betonte bei der Eröffnung, erst wenn Wind- und Solarstrom als Gas gespeichert werden könnten, könnten erneuerbare Energien auch Marktanteile der bisherigen Grundversorgung durch Atom- und Kohlestrom übernehmen. In den vergangenen Jahren hatte Kernenergie einen Marktanteil von rund 23 Prozent. Bis 2050 sollen regenerative Energien nicht nur die Kernkraftwerke, sondern auch einen Teil der Kohlestromerzeugung ablösen. Das 21 Millionen Euro teure Hybridkraftwerk ist ein Gemeinschaftsprojekt von Enertrag, dem Mineralölkonzern Total, dem Stromkonzern Vattenfall und der Deutschen Bahn.