Personalauswahl

Deutsche Konzerne stemmen sich gegen Frauenquote

Die deutschen Großkonzerne bremsen die Bundesregierung bei deren Plänen für eine Frauenquote in den Vorstandsetagen aus. Zwei Tage vor dem Spitzentreffen zu dem Thema hätten die Unternehmen entgegen den Forderungen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen keine konkreten Ziele und keinen Zeitplan für eine Frauenquote in Vorständen und Aufsichtsräten festgelegt, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Dies gehe unter anderem aus einer Übersicht der Konzerne zur Vorbereitung der Gespräche zwischen Bundesregierung und Personalchefs von Dax-Unternehmen hervor.

Von der Leyen pocht auf eine gesetzliche Frauenquote, weil alle Selbstverpflichtungen bisher wirkungslos gewesen seien. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder dagegen will die Unternehmen per Gesetz lediglich dazu verpflichten, sich selbst eine Zielquote zu setzen. So will sie den Firmen die Möglichkeit geben, flexibel auf branchenspezifische Besonderheiten zu reagieren.

Die Übersicht der Dax-Konzerne zeige, dass die meisten Unternehmen 20 bis 30 Prozent der Stellen im oberen Management mit Frauen besetzen wollten, berichtete die Zeitung. Sie setzten sich dafür allerdings sehr unterschiedliche Fristen: Allianz, Bayer, Commerzbank und Deutsche Telekom wollen die 30 Prozent bereits Ende 2015 erreicht haben. Andere Dax-Konzerne wie BMW oder Daimler wollten sich dagegen fünf Jahre Zeit lassen und strebten lediglich eine Frauenquote von 20 Prozent oder weniger an. Beim Gesundheitskonzern Fresenius Medical Care heiße es: Es werde weiter "die Qualifikation und nicht das Geschlecht oder sonstige Persönlichkeitsmerkmale für die Personalauswahl entscheidend sein".

Schröder kündigte unterdessen in der "Wirtschaftswoche" an, sie wolle ein Gesetz zur von ihr angestrebten Flexi-Quote noch in diesem Jahr auf den Weg bringen. Wirtschaftsminister Philipp Rösler, der ebenfalls an dem Spitzentreffen am Montag teilnimmt, lehnt eine solche Quote jedoch ab. "Es kann heute schon jeder freiwillig sagen, welche Quote er erreichen und erfüllen will, und daran gemessen werden", sagte der FDP-Politiker.

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