Studie

Chinesischer Automarkt wächst deutlich langsamer

Das Wachstum des chinesischen Automarktes verlangsamt sich deutlich. Zwar sei der Absatz auch im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,4 Prozent gestiegen, doch dies sei kein Vergleich zu früheren Jahren, heißt es in einer Untersuchung der Unternehmensberatung Progenium.

So hätten die Stückzahlen 2009 noch um 46 Prozent und 2010 um 32 Prozent zugenommen.

Grund für die Abschwächung ist der Untersuchung zufolge unter anderem die strenge Zulassungsregulierung in Städten wie Peking, wo seit Beginn des Jahres monatlich nur noch 3000 Fahrzeuge neu zugelassen werden dürften. Diese Neuzulassungen werden unter Neuwagenkäufern verlost. Zusätzlich sei die Halbierung der Mehrwertsteuer aus dem Jahr 2009 für bestimmte Modelle zum 31. Dezember 2010 aufgehoben worden.

Besonders beliebt sind der Studie zufolge Autos von Herstellern, die mit ausländischen Unternehmen zusammenarbeiten, während es rein chinesische Produzenten schwer haben. Auf Chinas Automobilmarkt produzieren demnach rund 70 Hersteller. Die 20 größten Marken verkauften von Januar bis Ende Juni 5,61 Millionen Fahrzeuge. Dies entspricht knapp 80 Prozent des Markts. Die 20 größten Marken entwickeln sich demnach sehr differenziert. Während Shanghai GM, die Nummer eins im chinesischen Markt, mit einem Plus von 30 Prozent und Shanghai VW, die Nummer drei im chinesischen Markt, mit einen Zuwachs von 28 Prozent ein rasantes Wachstum verzeichneten, gab es auch eine Reihe von Verlierern. Vor allem rein chinesische Marken wie Chang An Auto (Nummer fünf) mit minus 17 Prozent und BYD (Nummer neun) mit minus 20 Prozent verzeichneten erhebliche Einbußen. Unter anderem aufgrund des Erdbebens und der Atomkatastrophe in Japan und verschiedener Rückrufaktionen zählen auch die beiden Joint Ventures von Toyota in China zu den Verlierern.

Der Münchner Autobauer BMW will laut Medienberichten eine neue Automarke in China gründen. "Es wird eine rein chinesische Marke sein. Sie steht in keinerlei Verbindung zur Marke BMW", sagte Finanzchef Friedrich Eichinger der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dem Bericht zufolge geht es um eine eigenständige Marke für Fahrzeuge mit alternativen Antriebsformen, die die Münchner mit ihrem chinesischen Partner Brilliance auf den Markt bringen.