Finanzen

Spekulationen um Sparprogramm bei der Deutschen Bank

Wegen der angespannten konjunkturellen Lage erwägt die Deutsche Bank womöglich ein Sparprogramm. Sollte sich die gesamtwirtschaftliche Lage in den kommenden Monaten verschlechtern, sei 2012 eine Sparrunde möglich, berichtete die "Financial Times Deutschland".

Vor allem die Investment-Sparte des designierten Vorstandschefs Anshu Jain könnte davon betroffen sein. "Wenn sich die Marktlage nicht erholt, werden wir im Herbst noch einmal über Sparprogramme nachdenken. Im Moment ist allerdings nichts in der Schublade", sagte ein Vertreter der Bank der Morgenpost. Finanzkreise schätzen das Sparziel einer solchen Aktion auf bis zu zwei Milliarden Euro jährlich.

Experten vermuten, dass von einer Sparrunde vor allem die Investmentbanking-Sparte des Frankfurter Instituts betroffen sein könnte. Sie bringt dem Haus zwar drei Viertel seiner Erträge ein, leidet aber auch am ehesten unter den Unruhen an den Märkten. "Vor allem auf die Investmentbanking-Abteilung dürften Entlassungen zukommen, wenn sich das Umfeld der Kapitalmärkte weiter verschlechtert", schätzten Analysten von Equinet.

Aus den USA droht der Deutschen Bank zudem juristischer Ärger: Sie muss sich für missglückte Hypotheken-Geschäfte zu Zeiten der Finanzkrise verantworten. Die US-Aufsichtsbehörde FHFA verklagte das Frankfurter Institut wie erwartet am Freitag. Zunächst war unklar, wie hoch die Schadenersatz-Forderung ist. Insgesamt hat die Aufsichtsbehörde Klagen gegen 17 Banken eingereicht, dazu gehören die Bank of America, die Citigroup, JPMorgan Chase und Goldman Sachs.

( BM )