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Neue Bahn-Konkurrenz auf der Strecke Berlin-Köln

Die Deutsche Bahn bekommt auf der viel befahrenen Strecke zwischen Köln und Berlin möglicherweise Konkurrenz. Das Kölner Unternehmen MSM plant dort ab Ende 2012 einen Linienverkehr, wie Firmenchef Niko Maedge in der "Wirtschaftswoche" ankündigte. Die Nutzung der Schienentrassen seien bereits bei DB Netz, der Fahrweg-Tochter der Deutschen Bahn, beantragt.

Bisher organisiert MSM Bahnreisen - beispielsweise mit Partyzügen.

Ein Bahnsprecher wollte die Pläne am Samstag nicht kommentieren; die Bahn äußere sich grundsätzlich nicht zu einzelnen Mitbewerbern. Der "Wirtschaftswoche" zufolge will die MSM Gruppe zunächst jeweils drei Hin- und Rückfahrten täglich anbieten. Die Züge sollen Intercity-Niveau haben und in Hannover geteilt werden. Ein Teil fährt nach Hamburg, der andere nach Berlin. Den Weg von Köln in die Hauptstadt will MSM in rund viereinhalb Stunden bewältigen. Damit wären die Züge kaum langsamer als die ICE der Deutschen Bahn. MSM-Chef Maedge wolle die Bahn beim Preis angreifen.

Für die Strecke Köln-Hamburg hatte bereits ein weiteres Unternehmen Konkurrenz angekündigt. Das Eisenbahnunternehmen Hamburg-Köln-Express (HKX) wolle noch in diesem Jahr starten, hatte es Ende Juli geheißen. Auf der Internetseite des Unternehmens ist derzeit aber kein konkreter Termin genannt. Wer bei HKX frühzeitig bucht, soll weniger zahlen. Die sechs Verbindungen täglich könnten für all jene interessant sein, die langfristig planen, sonst nicht oft Bahn fahren und daher keine BahnCard haben. Der Nachteil: Bislang schätzen die Deutschen die verhältnismäßig übersichtliche Tarifordnung der Bahn.

Bisher hat die Deutsche Bahn bundesweit auf den Fernstrecken kaum Konkurrenz. Allein die deutsche Tochter der französischen Veolia betreibt die Verbindung zwischen Leipzig, Berlin und Rostock. Dazu kommt der Nachtzug von Berlin nach Malmö der Frankfurter Georg Verkehrsorganisation GmbH. Der Wettbewerb auf der Schiene ist so bisher weitgehend auf den Nah- und Güterverkehr beschränkt.