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Tückisch: Geschlossene Fonds sind nicht ohne Risiko

Geschlossene Fonds sind unternehmerische Beteiligungen in Immobilien, Schiffen, Flugzeugen oder Windkraftanlagen. Bundesweit sind 160 Milliarden Euro in geschlossenen Immobilienfonds angelegt. Sie werden über Banken, Sparkassen und Finanzvertriebe mit einem Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent verkauft. Für die Fondsverwaltung fallen noch einmal Gebühren an. Die Vermittler erhalten zudem meist hohe Provisionen.

Haftung Die Erwerber eines geschlossenen Fonds werden Miteigentümer und haften je nach Gesellschaftsform mit für die Fondsgeschäfte. In der Regel nehmen die Fonds noch Kredite auf. Bleibt der wirtschaftliche Erfolg aus und gerät der Fonds in eine Schieflage, müssen die Anleger Kapital nachschießen, wenn dies vereinbart ist.

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Prozent sind die Adlon-Anteile bezogen auf den Nominalwert nur noch an der Börse wert. Nur in einem so genannten Zweitmarkt haben die Zeichner die Möglichkeit, ihre Anteile wieder zu verkaufen, wenn sich denn überhaupt ein Käufer findet. Prospekte Nicht jeder Fondsprospekt hält, was er verspricht. Die Zeichner sind meist überfordert, die dicken Prospekte zu lesen und zu verstehen. Die Überredungskunst der Vermittler führt dann oft zur Unterschrift. Geschlossene Fonds eignen sich nicht für die Altersvorsorge, weil sie das Geld der Anleger über Jahrzehnte binden.

Anwälte Problematisch sind Schutzgemeinschaften, die meist von geschäftstüchtigen Anlegeranwälten organisiert werden. Für die Mitgliedschaft werden Gebühren fällig. Bei der "Adlon-Schutzgemeinschaft" sind es 0,75 Prozent der Anlagesumme. Die Anwälte führen dann Prozesse oder dringen auf Schadenersatz oder Vergleiche. Fondsgesellschaften sind nach einem jüngsten BGH-Urteil gezwungen, die Adresslisten der Zeichner an Mitgesellschafter oder Anwälte herauszugeben. Das vereinfacht die Bildung von Schutzgemeinschaften.

Prozesse Grundsatzurteile gelten nicht für den nächsten Fall. Immer werden die Umstände und die Aufklärung beim Fondserwerb eine Rolle spielen. Verliert ein Anleger den Prozess, verliert er doppelt, denn Anwalts- und Gerichtsgebühren sind dann noch zu zahlen.