Marktbericht

Letzte Hoffnung Notenbank

Das war es also: US-Notenbankchef Ben Bernanke hat am Freitag lediglich erklärt, man sei "bereit", die Konjunktur mittels finanzpolitischer Maßnahmen anzukurbeln.

Festlegen wollte er sich nicht. Prompt schmierten die Aktienindizes in den großen Industriestaaten ab, der Euro gab nach, Rohöl wurde billiger - und Anleger sowie Analysten malen die wirtschaftliche Zukunft in den schwärzesten Farben. Als ob eine Ankündigung des Fed-Chefs ausgereicht hätte, die Weltwirtschaft anspringen zu lassen.

Das Problem ist: Mit finanzpolitischen Kunststücken ist eine Rezession nicht aufzuhalten, selbst ein Mann wie Bernanke kann nur mildernd wirken. Die zweite Wahrheit aber lautet: Er hat seine Möglichkeiten, die Märkte zu beleben, ausgereizt. Die derzeit stärkste Waffe der Fed gegen den Abschwung ist es, die Leitzinsen zu senken. Das macht Geld billig, wer welches braucht, kann es sich von seiner Bank - die sich an der Fed orientiert - zum günstigen Satz leihen und konsumiert entsprechend. Klingt logisch, allerdings fährt die Fed diese Strategie schon lange, zu lange. Die Notenbankzinsen sind auf Tiefststand. Deshalb ist es klug, dass Bernanke sich zumindest vorerst noch weigert, die Schraube bis zum Anschlag anzuziehen. Amerika, so viel ist mittlerweile klar, braucht mehr als nur billiges Geld, um seine Wirtschaft wieder zum Laufen zu bringen.