Studie

Trotz Aufschwung finden Ältere immer schwerer einen Job

Die Chancen älterer Arbeitslose, wieder einen Job zu finden, sind dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zufolge weiterhin schlecht.

Laut einer Studie im Auftrag des DGB ist der Anteil neu eingestellter Menschen ab 50 Jahre unterdurchschnittlich gering. So habe der Anteil Älterer bei Neueinstellungen im Jahr 2009 bei 13 Prozent gelegen. Der Gesamtanteil Älterer unter allen Beschäftigten liege bei 26 Prozent. Das heißt: Bei neuen Jobs haben Menschen über 50 offenbar weniger Chancen. Mit jedem Lebensjahr über 50 sinken die Chancen auf einen neuen Job weiter.

Diese Ergebnisse, die der Morgenpost vorliegen, veröffentlicht der DGB zusammen mit dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg am Mittwoch in seinem neuen "Altersübergangsreport". Demnach profitieren Ältere kaum vom Aufschwung am Arbeitsmarkt: Bis März dieses Jahres hätten es auch ältere Arbeitslose im Vergleich zum Vorjahr leichter gehabt, eine neue Stelle zu finden. Seitdem sei jedoch eine Trendwende zu verzeichnen. Die Übergänge von über 50-jährigen Arbeitslosen in einen neuen Job seien seitdem in jedem Monat um acht bis 17 Prozent niedriger gewesen als im Vorjahr.

Aktuell steige die Arbeitslosigkeit von Menschen, die älter als 55 sind, mit plus 1,5 Prozent seit Ende Juli bereits wieder an. Im Vergleich dazu sank die allgemeine Arbeitslosigkeit - verteilt über alle Altersgruppen -um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Die Studie ist ein weiterer Beleg, dass ältere Arbeitslose noch immer extrem schlechte Chancen am Arbeitsmarkt haben", sagte Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied im DGB. Es komme darauf an, die Beschäftigten mit altersgerechten Bedingungen, möglichst bis zur Altersrente gesund im Betrieb zu halten, so Buntenbach.

Die Beschäftigungslage Älterer hat sich jedenfalls in den vergangenen Jahren verbessert: Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stieg die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bei den über-55-Jährigen zwischen 1998 und 2009 um knapp 30 Prozent auf 3,6 Millionen Personen.