Schuldenkrise

Commerzbank-Chef fordert europäischen Finanzminister

Commerzbank-Chef Martin Blessing hat sich angesichts der andauernden Schuldenkrise für einen mächtigen europäischen Finanzminister ausgesprochen.

Die Haushaltspolitik der Eurostaaten müsse zudem aufeinander abgestimmt werden, schreibt Blessing in der "Welt am Sonntag". Länder, die sich nicht an die Regeln halten, sollten ihre Budgethoheit an Brüssel abgeben müssen. Die künftige Euro-Schaltstelle solle auch das Recht erhalten, eigene Steuern zu erheben und eine gemeinsame Schuldenagentur für die Begebung von Anleihen aufzubauen.

Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy angedachte Wirtschaftsregierung gehe nicht weit genug, so Blessing. Erweise sich eine einheitliche Steuerpolitik im Euro-Raum als nicht durchsetzbar, dürfe auch der Ausstieg aus der Gemeinschaftswährung kein Tabu sein, glaubt der Banker. "Sollten wir zu dem Schluss kommen, dass wir bei allem Bemühen keinen stabilen gesetzlichen und politischen Rahmen für unsere gemeinsame Währung finden, sollten wir auch nicht davor zurückschrecken, den Euro aufzugeben."