Einsparungen

Scharfe Kritik am Stellenabbau in Reisezentren der Bahn

Die Absicht der Deutschen Bahn, etwa 700 Stellen in Reisezentren zu streichen, ist auf scharfe Kritik gestoßen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG bezeichnete die Kürzungen als "unverständlich, unüberlegt und unausgegoren". Die Bahn verteidigte die Maßnahmen als notwendige Reaktion darauf, dass immer mehr Fahrkarten im Internet erworben würden. "Das wäre ein brutaler Kahlschlag, der hier stattfinden soll", erklärte EVG-Vorstand Reiner Bieck. Etwa jede vierte Stelle in den Reisezentren solle nach den Plänen des Unternehmens entfallen. Damit seien auch die Reisezentren gefährdet. Bieck wies darauf hin, dass die Zentren für die Beratung der Kunden eine wichtige Bedeutung hätten: "Viele Kunden informieren sich in den Reisezentren über die besten Verbindungen, um das Ticket dann, in manchen Fällen kostengünstiger, am Automaten oder über das Internet zu buchen."

Scharfe Kritik hatte zuvor auch der Fahrgastverband Pro Bahn geübt. Bahn-Chef Rüdiger Grube müsse die Kürzungspläne sofort stoppen und "endlich den Kunden in den Mittelpunkt stellen", sagte Verbandssprecher Matthias Oomen. Er kritisierte, schon heute stünden in vielen Bahnhöfen nur noch Automaten, die zahlreiche Menschen nicht bedienen könnten. In Großstädten betrage die Wartezeit an Schaltern schon jetzt bis zu einer Stunde.

Der für den Personenverkehr zuständige Vorstand der Deutschen Bahn, Ulrich Homburg, wies die Kritik zurück. "Durch diese interne Anpassung reagieren wir auf das geänderte Nachfrageverhalten und sichern die Zukunftsfähigkeit unserer Reisezentren", erklärte Homburg. Entlassungen soll es dem Unternehmen zufolge nicht geben. Vielmehr sollten für 350 Reiseberater bis 2016 andere Arbeitsplätze innerhalb der DB gefunden werden. Etwa die gleiche Zahl werde altersbedingt oder durch normale Fluktuation ausscheiden. Homburg versicherte, die Präsenz der DB an den Standorten der 400 Reisezentren stehe nicht auf dem Prüfstand.