Unternehmen

Berlins Industrie spürt keinerlei Anzeichen einer Krise

In der Metall- und Elektroindustrie (M+E) in Berlin und Brandenburg hat sich das Wachstum abgeschwächt.

Im ersten Halbjahr machte die Branche insgesamt aber gute Geschäfte. Die Unternehmen haben noch zahlreiche Ausbildungsplätze zu vergeben. "Nach einem dynamischen Wachstum zum Jahresbeginn erwarten wir in der zweiten Jahreshälfte eine etwas ruhigere Gangart", sagte der Hauptgeschäftsführer des regionalen M+E-Verbands, Christian Amsinck.

Im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2011 stiegen im zweiten Quartal die Auftragseingänge im Elektrobereich um 3,6 Prozent, im Fahrzeugbau um 10,5 Prozent und in der Metallverarbeitung um 5,0 Prozent. Dagegen verzeichnete der Maschinenbau einen Rückgang von 0,5 Prozent. Ein Viertel der Exporte der regionalen M+E-Industrie gehe inzwischen nach Asien, sagte Amsinck. Trotz der Turbulenzen an den Börsen und zunehmender Sorgen bleibt Amsinck optimistisch. "Die Entwicklung an den Börsen spiegelt nicht die Lage unserer Unternehmen wider", sagte Amsinck. Von einem Krisenszenario könne nicht die Rede sein. Berlins Industrie hat in der ersten Jahreshälfte bei Umsatz, Auftragseingang und Beschäftigung das Vorkrisenniveau von 2008 überschritten. Die Zahl der Beschäftigten der Branche nahm in beiden Bundesländern zwischen 2008 und 2010 um mehr als 2200 zu.

Wegen der positiven Beschäftigungsentwicklung steige auch der Bedarf an Auszubildenden. Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz für dieses Jahr haben, rief er auf, sich bei den Arbeitsagenturen auf die offenen Stellen zu bewerben. Wenige Tage vor Beginn des Ausbildungsjahres seien noch 3500 Lehrstellen in der Branche unbesetzt.