Banken

Sparkasse begnügt sich mit Gebührenerhöhung auf fünf Euro

Nach Protesten aus der Berliner Landespolitik rudert die Sparkasse zurück: Die Gebührenerhöhung für Inhaber von Girokonten mit negativen Schufa-Eintrag wird nun weit weniger drastisch ausfallen als ursprünglich geplant. So steigt der monatliche Obolus von 3,50 Euro auf fünf Euro.

Ursprünglich hatte die Sparkasse eine Erhöhung auf acht Euro geplant.

Man reagiere damit auf die Bitte von Kunden und Verbraucherschützern, die Anhebung noch einmal zu überprüfen, heißt es in einer Mitteilung des Instituts. Die Gebühr von fünf Euro gelte sowohl für "langfristige Bestandskunden als auch für Kunden, die ein solches Konto seit Oktober 2010 neu eröffnet haben".

65 000 Sparkassen-Kunden haben derzeit ein Guthabenkonto, auch Konto für Jedermann genannt. Man kann es nicht überziehen. Wer überschuldet ist, hat mit diesem Konto die Möglichkeit, seine Zahlungen abzuwickeln. Seit 1995 bieten die Banken in Deutschland dieses Konto an.

"Es ist gut, dass die Sparkasse sich bewegt hat und die drastische Erhöhung der Kontoführungsgebühren zumindest teilweise zurückgenommen hat", sagte Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke). Der öffentliche Druck habe sich gelohnt. Ähnlich äußerte sich die SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Beide Regierungsparteien hatten die ursprünglich geplante Gebührenerhöhung kritisiert.

Der Sparkasse zufolge verursacht das Guthabenkonto Millionenkosten jedes Jahr. So habe sich die Zahl der Inhaber in den vergangenen sieben Jahren von 20 000 auf 65 000 mehr als verdreifacht. "In Summe beträgt der Verlust für die Berliner Sparkasse rund fünf Millionen Euro pro Jahr mit deutlich steigender Tendenz", heißt es in der Mitteilung des Geldinstituts. Häufige Pfändungen wären unter anderem dafür verantwortlich. Mit der neuen Gebührenhöhe würde man immer noch mehr als die Hälfte der anfallenden Kosten selbst tragen müssen.