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Letzte Hoffnung für Q-Cells: Malaysia statt Bitterfeld

Der krisengeschüttelte Solarzellenhersteller Q-Cells gerät durch schwache Nachfrage und Preisverfall erneut in die Bredouille. Der Konzern schrieb im zweiten Quartal nach millionenschweren Abschreibungen tiefrote Zahlen, wie Q-Cells am Mittwoch mitteilte.

Das Management will nun durch Umstrukturierungen und weitestgehende Produktionsverlagerung nach Malaysia wieder auf einen grünen Zweig kommen. Allerdings machte Konzernchef Nedim Cen wenig Hoffnung auf eine durchgreifende Marktbelebung, obgleich sich die Geschäfte ab dem zweiten Halbjahr belebt hätten. "Auch das Jahr 2012 wird sicher schwierig bleiben", betonte Cen.

Wie der Konzern mitteilte, fiel im zweiten Quartal operativ ein Verlust (Ebit) von 307,7 Millionen Euro an. Netto lag das Minus bei rund 355 Millionen Euro. Die Einmaleffekte - Abschreibungen auf Vorräte und Sachanlagen - inklusive der Aufwendungen für langfristige Lieferverträge bezifferte Cen mit 256,5 Millionen Euro. Der Umsatz erreichte im zweiten Quartal aufgrund eines starken Systemgeschäftes 316 Millionen Euro, nachdem er zum Jahresauftakt nur 125,1 Millionen Euro ausmachte. Für das Gesamtjahr 2011 erwartet Q-Cells einen Umsatzrückgang um rund 300 Millionen auf etwa eine Milliarde Euro und einen operativen Verlust im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. 2010 hatte der Konzern ein Ebit von 82 Millionen Euro verbucht. 2012 hofft Cen nach auf ein positives Ebit.

Um die Kosten signifikant zu senken und wettbewerbsfähig zu werden, plant Q-Cells, seine Produktion auf das Werk in Malaysia zu konzentrieren. Die Kapazitäten am Unternehmenssitz Bitterfeld-Wolfen sollen dagegen dauerhaft auf 50 Prozent reduziert und in der Verwaltung 25 bis 30 Prozent der Kosten eingespart werden. Wie viele Stellen von den Maßnahmen betroffen sein werden, ließ Cen offen. Der Vorstand wolle aber auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten.