Justiz

Ex-Aufsichtsratschef von Beate Uhse in Untersuchungshaft

Wegen Bestechung und Beteiligung an Untreue ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel gegen einen ehemaligen Aufsichtsratschef der Beate Uhse AG. Der Beschuldigte befindet sich seit Samstag in Untersuchungshaft, wie der Kieler Oberstaatsanwalt Manfred Schulze-Ziffer am Montag sagte.

Es gehe um die pflichtwidrige Vergabe von Krediten der ehemaligen Flensburger Sparkasse in den Jahren 2005 und 2006 in Höhe von 45 Millionen Euro. Schulze-Ziffer bestätigte, dass es sich bei dem Festgenommenen um den gebürtigen Flensburger und heute in der Schweiz lebenden Geschäftsmann Richard Orthmann handelt. Die Kredite sollen von ihm gegründeten und kontrollierten Strohfirmen bereitgestellt worden sein, "um damit vorgebliche Stützungskäufe von Aktien der Beate Uhse AG zu tätigen".

Laut Staatsanwaltschaft sollen den Krediten keine entsprechenden Sicherheiten gegenüber gestanden haben. "Zum Zeitpunkt der jeweiligen Kreditvergaben war die Beate Uhse Aktie einem absehbar stetigen Kursverfall ausgesetzt", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dieses Vorgehen soll mit den verantwortlich Handelnden aufseiten der Sparkasse abgesprochen worden sein.

Orthmann befindet sich wegen Verdunkelungs- und Fluchtgefahr in U-Haft. Ebenfalls in Untersuchungshaft genommen wurde einer seiner früheren Mitarbeiter, der sich an den Taten beteiligt haben soll. Die Zeitung "Schleswig-Holstein am Sonntag" hatte berichtet, der in der Schweiz lebende Orthmann sei am Samstag auf dem Münchner Flughafen festgenommen worden. Wegen Verlusten stand die ehemalige Flensburger Sparkasse 2008 am Rande der Pleite und wurde mit der Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) fusioniert. Diese geriet Anfang 2010 selbst in Not und musste von den deutschen Sparkassen mit 181 Millionen Euro gerettet werden.