Energieversorger

E.on: Drohender Stellenabbau sorgt für dicke Luft

Der Energiekonzern E.on steht wegen der Umbaupläne von Vorstandschef Johannes Teyssen vor einer Zerreißprobe. Arbeitnehmervertreter warfen dem Manager am Montag eine mangelnde Gesprächsbereitschaft vor und forderten eine klare Stellungnahme.

Zugleich machten sie deutlich, dass sie sich gegen massive Einschnitte bei dem größten deutschen Energiekonzern zur Wehr setzen werden. Der "Spiegel" hatte berichtet, Teyssen wolle drei Standorte in Essen, München und Hannover schließen und Hunderte Stellen streichen. Der Konzern ließ dies offen.

"Der Vorstand will offenbar Handlungsfähigkeit gegenüber dem Kapitalmarkt beweisen und schürt unnötige Ängste bei den Beschäftigten", sagte E.on Aufsichtsratmitglied Sven Bergelin. "Wir brauchen Klarheit, Transparenz und Perspektiven für die Beschäftigten", fügte der Energieexperte der Gewerkschaft Verdi hinzu. Er verwies darauf, dass für die über 30 000 E.on-Beschäftigten in Deutschland bis Ende 2012 ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen gilt. Die Beschäftigten benötigten ein frühzeitiges Signal, dass die Vereinbarung verlängert werde.

Konzernbetriebsrat Hans Prüfer vermisst ebenfalls klar Worte des Vorstandschefs, der seit Mai 2010 den größten deutschen Energiekonzern führt. "Teyssen hat mit dem Konzernbetriebsrat überhaupt nicht darüber gesprochen", sagte Prüfer. "Die Mitarbeiter sind verunsichert." Der E.on-Chef müsse klarstellen, was an den Berichten dran sei. Der nach der Atomwende unter Druck geratene Konzern wollte auch am Montag den "Spiegel"-Bericht nicht kommentieren. "In Folge der erheblich veränderten Rahmenbedingungen prüft E.on derzeit mögliche Anpassungen der Strategie und der Aufstellung des Unternehmens. Entscheidungen hierzu sind noch nicht gefallen."