Energieversorger

Milliardenschwerer Stromvertrag zwischen RWE und Bahn

Der Energiekonzern RWE hat bei der Deutschen Bahn einen milliardenschweren Stromliefervertrag an Land gezogen. Der Versorger liefere langfristig Strom aus Wasserkraftwerken an die Bahn, teilten die Konzerne am Freitag mit.

RWE bezifferte den Wert des Vertrags auf einen "einstelligen Milliardenbetrag". Zu den Details wollen sich RWE-Chef Jürgen Großmann und Bahnchef Rüdiger Grube am Montag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt äußern. Aus Kreisen der Unternehmen verlautete, der Vertrag habe eine Laufzeit von über zehn Jahren. Die Bahn benötigt Ersatz für wegfallenden Atomstrom. Das Unternehmen ist der größte Stromverbraucher in Deutschland. Die Bahn ist auch an dem AKW Neckarwestheim 1 beteiligt, das der Betreiber EnBW im Zuge der Atomwende abschalten musste. Der Block mit einer Leistung von 840 Megawatt erzeugte den Betreibern zufolge bislang als einziges deutsches Atomkraftwerk sowohl den üblichen Drehstrom als auch Strom für das Bahnnetz. Jede vierte Lokomotive sei mit Strom aus Neckarwestheim versorgt worden.

Der RWE-Konkurrent E.on liefert ebenfalls Strom an die Bahn. Ein großer Teil stammt aus dem Kohlekraftwerk im nordrhein-westfälischen Datteln. Auch hier ist die weitere Versorgung ungewiss. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte 2009 den Bau des Steinkohlekraftwerks "Datteln 4" gestoppt.

Meistgelesene