Pharmakonzern Merck

Mappus steht vor einem Wechsel in die Wirtschaft

Mit einem möglichen Wechsel in die Wirtschaft wäre Stefan Mappus in guter Gesellschaft. Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg steht laut einem Bericht des "Handelsblatts" kurz vor dem Einstieg beim Darmstädter Pharmakonzern Merck.

Gleich zwei Angebote lägen dem CDU-Politiker aus der Wirtschaft vor. Mappus ziehe es aber für Merck nach Südamerika, wo er eine Vertriebsfunktion übernehmen könnte, berichtet das Blatt unter Berufung auf vertraute Kreise. Bei Siemens habe er vor seiner politischen Karriere bereits im Vertrieb für Telekommunikationsanlagen gearbeitet.

Der Politiker selbst wollte sich gestern nicht öffentlich zu den Plänen äußern. "Ich führe derzeit in Ruhe eine Reihe von Gesprächen, und über diese wiederum spreche ich nur mit meiner Frau und mit niemandem sonst", sagte er. Mit seiner politischen Laufbahn dürfte es ab heute jedenfalls vorerst vorbei sein. Dann wählt die baden-württembergische CDU einen neuen Vorsitzenden. Mappus tritt nicht mehr an. "Ich habe verschiedentlich darauf hingewiesen, dass ich die Absicht habe, mich für die Zukunft beruflich neu zu orientieren", sagte er.

Einen ähnlichen Schritt haben in jüngster Zeit mehrere Politiker vollzogen. Der einstige thüringische Regierungschef Dieter Althaus berät den österreichischen Autozulieferer Magna, die ehemalige baden-württembergische Bildungsministerin Marion Schick zieht es als Personalvorstand zur Telekom, und Roland Koch (alle CDU), langjähriger Ministerpräsident in Hessen, führt seit Juli das MDax-Unternehmen Bilfinger Berger.

Der Wechsel in die Wirtschaft ist bei manchen Politikern allerdings nicht ohne Geschmäckle. Immerhin könnten sie in ihrer Amtszeit bereits Entscheidungen getroffen haben, von denen die Unternehmen später profitieren. Bilfinger Berger hatte in Kochs Regierungszeit einen 80-Millionen-Euro-Auftrag zum Bau der Nordwestlandebahn am Frankfurter Flughafen erhalten. Koch sagte dazu, dass er als Aufsichtsratsmitglied beim Flughafenbetreiber Fraport nicht mit der Auftragsvergabe befasst gewesen sei.