Marktbericht

Optimismus um jeden Preis?

So viel Optimismus ist schon bewundernswert. Viele Profianleger gehen unverdrossen von steigenden Kursen aus.

Einige sehen den Dax bei 8300 Punkten am Jahresende. Das wäre dann seit 1. Januar 2011 ein Plus von ungefähr 20 Prozent. Und das in diesem Jahr. Zur Erinnerung: In Athen toben nach der Zustimmung des griechischen Parlaments zu den harten Sparplänen immer noch die Straßenkämpfe. Bis zu einer erneuten Eskalation der Eurokrise wurde, so sehen es viele, nur ein wenig Zeit gekauft. In den USA ringen Republikaner und Obamas Demokraten um eine Anhebung der Schuldengrenze, um eine drohende Zahlungsunfähigkeit des Landes zu verhindern. Gleichzeitig kommt die US-Ökonomie, immerhin die größte Volkswirtschaft der Welt, nicht auf die Beine. In den boomenden Staaten Asiens, namentlich China und Indien, sehen viele Anzeichen einer Überhitzung, Inflation inklusive. Wohin man blickt, Krise oder Krisensignale. Deutschland ist derzeit mit seinem starken Wachstum fast eine Insel der Glückseligen - doch als Exportnation äußerst anfällig, wenn einer der vielen Krisenherde eine neue Rezession auslösen sollte. Ist der Optimismus also nur eine Beschwörung derjenigen, die viel in Aktien investiert haben? Schön wäre es, wenn die Optimisten am Ende Recht behalten sollten. Doch derzeit wirkt es so, als blendeten sie essenzielle Probleme einfach aus.