Marktbericht

Hinterher ist man schlauer

War ja klar. Ein Unternehmen mit rund 50 Millionen Dollar Umsatz, das rote Zahlen schreibt, kann nicht der Börsenüberflieger werden. Aber die Anleger wollten ja nicht hören, als sie Aktien des Internetradios Pandora zu 16 Dollar das Stück zeichneten.

Dann kletterte das Papier vor zwei Tagen noch auf 26 Dollar. Seither geht es abwärts auf zuletzt 13 Dollar. Börsen-Analysten Rich Greenfield von der Finanzfirma BTIG sieht das Kursziel sogar bei 5,50 Dollar. Ein dramatischer Wertvelust, wurde das Unternehmen doch zur Erstnotiz mit 2,5 Milliarden Dollar bewertet.

Alle Argumente, mit die Greenfield gibt, sind schon seit Monaten bekannt - waren aber in der Euphorie untergegangen. Etwa die hohen Lizenzgebühren, die Pandora an die Plattenfirmen entrichten muss, wenn Nutzer sich online Musik anhören. Aus dem Börsenprospekt geht hervor, dass die Gebühren rund die Hälfte der Umsätze verschlingen. Nun ja. Hinterher ist man immer schlauer.

Schwierigkeiten hat auch Prada. Der Börsengang des italienischen Luxusmodenherstellers in Hongkong wird wohl nicht so glamourös, wie geplant. Investoren hielten sich zurück, weshalb die Aktie jetzt 39,50 Hongkong-Dollar kosten soll, der unterste Wert der Preisspanne, die Prada ohnehin verringert hatte. Prada würde 2,1 Milliarden Dollar einnehmen. Beobachter entdeckten Risikoscheu bei den Anlegern.