Marktbericht

Moodys droht US-Regierung

Böse Überraschung: Unerwartet schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt haben am Freitag die Wall Street unter Druck gesetzt. Der Dow-Jones-Index rutschte gleich nach dem Handelsstart ab und zog den Leitindex Dax nach.

Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft war in den USA nur um 54 000 gestiegen, während Experten mit dem Dreifachen gerechnet hatten. Die Ratingagentur Moody's hatte zuvor noch einen Warnschuss in Richtung US-Regierung abgefeuert: Sollte es bis Mitte Juli keine Fortschritte in den Haushaltsgesprächen geben, werde das Rating herabgestuft. Grund für die Drohung ist die Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen Dollar. Diese Marke wurde schon Mitte Mai erreicht. Das Finanzministerium kann deshalb nur noch mit Haushaltstricks bis zum 2. August Finanzmittel auftreiben, um Rechnungen zu bezahlen. Das ist wohl keine Basis, um Investoren an der Börse positiv zu stimmen.

Doch positive Nachrichten für Griechenland haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenausklang wieder gestützt. Nachdem der Dax nach enttäuschenden Signalen vom US-Arbeitsmarkt zunächst deutlich ins Minus rutschte, trieb die stark aufgehellte Stimmung der Einkaufsmanager im Dienstleistungssektor den Leitindex schließlich auf plus 0,49 Prozent und 7109,03 Punkte. Im Wochenverlauf verlor das Kursbarometer dennoch 0,76 Prozent.