Handel

Rewe sucht nach Sanierungskonzept für Discounter Penny

Rewe-Chef Alain Caparros lächelt unangenehme Fragen gerne charmant weg. Doch in der Sache ist er knallhart. Zuletzt machte der Franzose beim Thema Karstadt kurzen Prozess: Weil ihm das Vorgehen des Investors Nicolas Berggruen nicht passte, schmiss er seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender nach nur wenigen Monaten hin.

Auch in seinem Job bei Rewe muss der Manager Entscheidungsfreude unter Beweis stellen. Der zweitgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland kämpft mit mehreren Baustellen. Die größte ist die Discounttochter Penny.

Ausgerechnet in seiner einstigen Paradedisziplin - der 54-Jährige war über Jahre Generaldirektor von Aldi Frankreich - muss Caparros immer wieder Rückschläge einstecken. Die Rewe-Tochter Penny sei ein "Spielball" von Aldi, Lidl und Netto, so Discountexperte Matthias Queck vom Handelsinformationsdienst Planet Retail. Penny müsse preislich mit Konkurrenten mithalten, die zumeist produktiver arbeiteten. Die Marke Penny sei zudem nicht stark genug, um der Konkurrenz Stammkunden abzujagen. So schrumpfte der Penny-Umsatz in Deutschland 2010 um 1,2 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Nach Medienberichten droht Penny Deutschland ein Verlust in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe.

Dennoch: Penny stehe nicht zur Disposition, heißt es aus den Unternehmenskreisen. "Es gibt keine Rewe Group ohne Penny", habe Caparros intern betont. Für den Handelsriesen ist die Discounttochter mit ihren gut zehn Milliarden Euro Umsatz im In- und Ausland dem Vernehmen nach ein viel zu wichtiges Geschäft, um sie aufzugeben. Der Gesamtumsatz der Rewe-Gruppe einschließlich der selbstständigen Kaufleute belief sich 2010 auf 53 Milliarden Euro.