IWF

Strauss-Kahn: Teure Freiheit mit Fußfessel

Dominique Strauss-Kahn ist nach Angaben aus Gefängniskreisen am Freitagabend gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds wird seine Zelle auf der Gefängnisinsel Rikers Island zwar nicht gleich gegen den Luxus der Upper East Side von Manhattan austauschen.

Doch Richter Michael Ogus stimmte seiner vorübergehenden Unterbringung an einem anderen Ort zu, nachdem die Anwälte die Kaution von einer Million Dollar (700 000 Euro) in bar und eine Bürgschaft von weiteren fünf Millionen hinterlegt hatten.

Strauss-Kahn hatte an der überraschend einberufenen Sitzung vor Gericht nicht teilgenommen. Er saß zu jenem Zeitpunkt noch hinter Gittern. 24 Stunden zuvor hatte Richter Ogus dem Hausarrest von New Yorks derzeit prominentestem Angeklagten unter strengsten Auflagen zugestimmt. Der Vereinbarung nach sollte Strauss-Kahn mit seiner Frau Anne Sinclair in ein von ihr gemietetes Appartement in New York ziehen.

US-Medien zufolge wollten die Bewohner des Bristol House den der versuchten Vergewaltigung beschuldigten Finanzmann wegen des zu erwartenden Medienrummels aber nicht bei sich wohnen lassen. Darüber hinaus muss Strauss-Kahn auf Anordnung des Gerichts rund um die Uhr von einem bewaffneten Sicherheitsbeamten überwacht werden, der vor seiner Wohnungstür postiert sein soll. In der Wohnung sollen Kameras installiert werden. Jeder Schritt und Tritt des Angeklagten wird außerdem von einer elektronischen Fußfessel protokolliert.

Unterdessen will sich die Bundesregierung mit den Europäern schnell auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Spitze des IWF einigen. Als Favoritin gilt die französische Finanzministerin Christine Lagarde. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich noch nicht festgelegt, lobte aber Lagarde, die sie seit längerem ausgesprochen schätze. "Das ist keine Bekanntgabe der Kandidatur, es ist nur eine generelle Bemerkung", sagte Merkel. Erwartet wird, dass beim G8-Gipfel der führenden westlichen Industrienationen und Russlands Ende kommender Woche eine Vorentscheidung fällt.