Konjunktur

Bundesbank glaubt an dauerhaften Aufschwung

Die Bundesbank hält einen Dauerboom in Deutschland für möglich. Allerdings werde die Wirtschaft künftig nicht mehr so rasant wachsen wie zu Jahresbeginn, ist sie sich mit dem Finanzministerium einig.

Differenzen gibt es über den Abbau der Neuverschuldung. Hier fordert die Bundesbank mehr Tempo. Pikant: Ihr neuer Präsident Jens Weidmann war zuvor oberster Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

"Der in Gang gekommene und an Breite gewinnende Aufschwung könnte die Wirtschaftsaktivität in Deutschland über längere Zeit tragen", schrieb die Bundesbank in ihrem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht. "Dafür sprechen die günstigen externen wie internen Rahmenbedingungen." Der Exportnation komme die robuste Weltkonjunktur zugute, während die steigende Beschäftigung und die Aussicht auf spürbare Verdienstzuwächse den privaten Konsum stütze.

Das Bundesfinanzministerium sieht das genauso. Für eine stärker werdende Binnennachfrage spricht den Ökonomen von Minister Wolfgang Schäuble (CDU) zufolge auch der Aufwärtstrend bei den Industrieaufträgen aus dem Inland. Allerdings dürfte der Aufschwung das im ersten Quartal erreichte Tempo nicht halten, als die Wirtschaft mit 1,5 Prozent wuchs. Angesichts der bereits hohen Auslastung sei eine Verlangsamung wahrscheinlich, schrieben die Bundesbanker.