Versicherungen

Nach City BKK: Weitere Kasse in Finanznot

Nach der City BKK steckt mit der Vereinigten IKK mit fast 1,7 Millionen Versicherten eine weitere Krankenkasse in finanziellen Nöten. Die Kasse spreche derzeit mit den anderen Innungskrankenkassen über eine freiwillige finanzielle Unterstützung, bestätigte Sprecherin Sylvia Strothotte in Düsseldorf.

Darüber hinaus prüfe die Vereinigte IKK alle Optionen, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu erhalten. Die Kasse sei bislang aber nicht verschuldet und daher auch nicht von einer Schließung bedroht. Bislang erhebe sie von ihren Mitgliedern auch keinen Zusatzbeitrag. Für das Personal gebe es keine Konsequenzen.

Die Sprecherin bemängelte, der Gesundheitsfonds gleiche regionale Unterschiede in der Versorgung nicht aus. Krankenkassen in Regionen mit medizinischer Versorgung auf Höchstniveau - also überdurchschnittlich vielen Kliniken, Unikliniken und einer hohen Arztdichte - hätten für ihre Versicherten automatisch höhere Durchschnittskosten. "Trotz kontinuierlichen, intensiven Kostenmanagements und wirtschaftlichen Handelns wirkt sich diese Tatsache für die Vereinigte IKK mit ihrer hochwertigen Versorgungsstruktur negativ aus", sagte sie. In Berlin hat die IKK nur wenige Mitglieder: 3418 Mitglieder und 4617 Versicherte.

Als erste Krankenkasse seit Einführung des Gesundheitsfonds wird zur Jahresmitte die City BKK geschlossen. Rund die Hälfte ihrer 164 000 Versicherten sind leben in der Hauptstadt. Die Entscheidung war laut Bundesversicherungsamt unvermeidlich, da die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht auf Dauer gesichert sei. Mitglieder, deren Kasse schließt, brauchen sich allerdings keine Sorgen zu machen. Ihr Versicherungsschutz bleibt bestehen. Sie haben mehrere Monate Zeit, um in eine andere gesetzliche Kasse zu wechseln, die sie unabhängig von Alter oder Krankheit aufnehmen muss.

Der Gesundheitsfonds speist sich aus Beitragsgeldern und Steuerreinnahmen, die an die einzelnen Kassen nach bestimmten Kriterien verteilt werden. Seit Einführung Anfang 2009 gibt es immer wieder Kritik von Kassen an der Zuweisung der Mittel. Reichen diese nicht aus, muss eine Kasse Zusatzbeiträge einfordern. Genügen auch diese auf Dauer nicht, kann es zur Schließung kommen, über die die Aufsichten entscheiden müssen.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums verwies auf ein festgelegtes Verfahren, das für Kassen in finanziellen Schwierigkeiten geschaffen worden sei. Kassen in Nöten würden von den Aufsichten begleitet mit dem Ziel, sie funktionsfähig zu halten. Wenn der Mechanismus nicht funktioniere, könne eine Kasse in die Insolvenz gehen. Zur Situation einzelner Kassen nahm er keine Stellung. Es lägen ihm aber keine Erkenntnisse vor, dass es in der Branche insgesamt Probleme gebe, sagte er.