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Steuervereinfachung: Regierungsberater gehen Beschlüsse nicht weit genug

Steuervereinfachung

Regierungsberater gehen Beschlüsse nicht weit genug

Der Finanzwissenschaftler und Regierungsberater Clemens Fuest hat die Änderungen im Steuerrecht, die die Bundesregierung diese Woche beschlossen hat, kritisiert: "Das ist nicht die große Vereinfachung, die der Normalbürger sich vorstellt, wenn er sich darüber beklagt, dass das Steuerrecht zu kompliziert ist." Tatsächlich würden nur ein paar Tausend Steuerzahler von den Neuregelungen profitieren. Er forderte weitere Reformen. Fuest lehrt an der Universität Oxford, leitet das Finanzwissenschaftliche Forschungsinstitut an der Universität Köln und ist Chef des wissenschaftlichen Beirats des Bundesfinanzministeriums. Die Koalition will unter anderem den Arbeitnehmerpauschalbetrag von 920 Euro auf 1000 Euro erhöhen.

SAP

Konkurrent Oracle verlangt weitere Millionen

Nach seinem Sieg vor einem US-Gericht hat Oracle seine finanzielle Forderung an den deutschen Konkurrenten SAP erhöht. Der US-Softwarekonzern verlangt 211 Millionen Dollar Zinsen auf den Schadenersatz in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar (980 Millionen Euro). SAP hat bereits zugesagt, 120 Millionen Dollar Anwaltskosten der Gegenseite zu übernehmen. Der deutsche Konzern wies die Zinsforderung zurück. SAP muss Oracle für Urheberrechtsverstöße entschädigen.

Deutsche Bahn

Schienenkonzern zahlt jedem Mitarbeiter einmalig 500 Euro

Unabhängig von den laufenden Tarifverhandlungen in der Bahnbranche erhalten die rund 150 000 Mitarbeiter der Deutschen Bahn noch im Dezember einmalig je 500 Euro. Darin enthalten ist eine Erfolgsbeteiligung von 200 Euro. Auszubildende erhalten einmalig jeweils 140 Euro. Die Zahlungen sollen am Ende der Verhandlungen in den Tarifabschluss einbezogen werden. Der Staatskonzern Deutsche Bahn, die sechs großen Privatbahnen und die Gewerkschaften ringen seit Längerem um einen einheitlichen Tarifvertrag für Bahnbeschäftigte im Nahverkehr. Derzeit versucht Peter Struck (SPD) als Schlichter zu vermitteln.

Altersvorsorge

Bolivien senkt Rentenalter von 65 auf 58 Jahre

Bolivien hat das Rentenalter kräftig auf einheitlich 58 Jahre gesenkt. Bisher können Männer mit 65 Jahren, Frauen mit 60 Jahren in Rente gehen. Zudem wird der Rentenanspruch auf die 60 Prozent der Arbeitnehmer ausgedehnt, die in nicht regulären Arbeitsverhältnissen stehen und bislang keinen Anspruch auf eine Altersversorgung haben. Bolivien verstaatlichte auch die Rentenkasse. Gegner fürchten ein finanzielles Desaster. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Bolivien liegt bei 65 Jahren für Frauen und 62 Jahren für Männer.