Volkszählung

Muss ich beim Zensus mitmachen?

Wer wird in Berlin befragt?

Das Ergebnis des Zensus muss repräsentativ sein für die Bevölkerung - und zwar nicht nur für Deutschland als Ganzes, sondern auch für jedes Bundesland und für jede Gemeinde. In Berlin also für jeden Bezirk. Vier Prozent der Berliner müssen befragt werden, damit diese Repräsentativität gegeben ist. Erfasst wird dabei jeweils ein Haushalt - und alle in ihm lebenden Personen, vom Kleinkind bis zur Großmutter. Außerdem werden alle Gebäude- und Wohnungseigentümer befragt.

Woher weiß ich, ob ich auch befragt werde?

Ein Computer ermittelt stichprobenartig und zufällig eine bestimmte Anzahl von Haushalten. Diese werden rechtzeitig vor der Befragung angeschrieben und informiert. Auf der Ankündigungskarte wird ein Termin für die Befragung vorgeschlagen, außerdem Kontaktdaten für Fragen. In Berlin sollen so knapp 130 000, in Brandenburg insgesamt etwa 300 000 Menschen befragt werden.

Muss ich mitmachen?

Ja. Wer eine Benachrichtigung bekommt, ist nach dem Zensusgesetz zur Teilnahme verpflichtet. Wer sich weigert, dem drohen Zwangsgelder ab 300 Euro aufwärts.

Wer wird die Fragen stellen?

Ein paar Hundert freiwillige Helfer werden in Berlin und Brandenburg unterwegs sein, um die Fragebögen auszufüllen und einzusammeln. Jeder Freiwillige hat etwa 100 Haushalte abzuarbeiten und bekommt pro fertigen Fragebogen 7,50 Euro Aufwandsentschädigung. Viele Freiwillige kommen aus der Verwaltung. Es wird aber darauf geachtet, dass niemand, der dort sensible Daten betreut, Leute befragen darf - es wird also kein Finanzbeamter oder Jugendhelfer an der Tür klingeln. Die Freiwilligen müssen volljährig sein, dürfen keine Vorstrafen haben und müssen gut Deutsch sprechen können. In einer Schulung lernen sie derzeit, wie der Zensus ablaufen soll.

Muss ich die Interviewer in die Wohnung lassen?

Nein. Man kann sich den Fragebogen auch aushändigen lassen und ihn allein oder am Computer ausfüllen. Wer mag, kann die Fragen auch im Treppenhaus beantworten. Ein Kontakt mit dem Interviewer muss allerdings sein, um den Fragebogen zu bekommen - und weil sich der Interviewer überzeugen muss, wer im Haushalt lebt. Ein erster Kontakt erfolgt auch nie am Telefon, sondern immer persönlich, um Missbrauch auszuschließen.

Was ist, wenn der vorgeschlagene Termin für die Befragung ungünstig ist?

Das ist kein Problem. Auf der Benachrichtigung sind Kontaktdaten angegeben. Dorthin kann man sich wenden, wenn man an dem vorgeschlagenen Termin keine Zeit hat. Berufstätige können so auch Termine am Feierabend oder am Wochenende vereinbaren. Die Befragung mit den höchstens 46 Fragen soll laut Amt für Statistik zwischen 15 und 30 Minuten dauern.

Was passiert mit meinen Daten?

Die Interviewer sind zur Geheimhaltung verpflichtet. Ausgefüllte Fragebögen etwa in den Müll zu werfen wäre eine strafbare Handlung, die vom Statistischen Landesamt auch verfolgt werden würde. Die fertigen Fragebögen werden außerdem in einer versiegelten Mappe aufbewahrt, sodass nichts verloren gehen kann. Beim Landesamt für Statistik wurde für die Auslesung der Daten ein eigenes, vom Rest abgeschottetes und gesondert überwachtes System aufgebaut. Die Fragebögen werden dort anonymisiert - allerdings erst, wenn wirklich alle Daten beisammen sind, falls es noch Nachfragen gibt. Das Landesamt wertet aus, auf Bundesebene laufen alle Ergebnisse zusammen.

Wann gibt es das Ergebnis?

Bis es ein Endergebnis für den Zensus 2011 gibt, vergehen viele Monate. Am 9. Mai geht die Befragung los, erste Ergebnisse sollen erst im November 2012 präsentiert werden. Detaillierte Auswertungen kommen sogar noch später - im Mai 2013. Die Zeitspanne von 24 Monaten wird benötigt, um die Daten aufzubereiten, auf Richtigkeit und Vollständigkeit zu prüfen und schließlich aus den verschiedenen Quellen - Daten, die aus Registern übermittelt wurden, und Daten, die aus den Befragungen stammen - zusammenzuführen. Als wichtigstes Ergebnis des Zensus gelten die neuen Einwohnerzahlen. Statistiker vermuten, dass in Deutschland nicht 82 Millionen Menschen leben, sondern nur etwa 80 Millionen.