Arbeitsmarkt

BA-Prognose: Jährlich 140 000 Zuwanderer aus Osteuropa

Die Bundesagentur für Arbeit erwartet nach der Anfang Mai in Kraft tretenden Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Arbeitnehmer aus den neuen EU-Staaten jährlich etwa 140 000 Zuwanderer aus Osteuropa.

"In Grenzregionen zu Polen, Tschechien und Slowenien werden deutsche Arbeitnehmer sich auf schärferen Wettbewerb einstellen müssen", sagte der Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Vor allem in der Zeitarbeit werde der Druck auf die Löhne merklich steigen. "Zeitarbeitsfirmen aus dem Baltikum stehen bereits in den Startlöchern."

Insgesamt würden aber voraussichtlich weniger Zuwanderer kommen, als Deutschland angesichts des Fachkräftemangels benötige. "Deutschland ist weniger attraktiv, als viele glauben. Junge, gut ausbildete Osteuropäer gehen oft lieber nach England, wo sie auch geringere Sprachprobleme haben", sagte Weise.

Ab Mai haben Arbeitnehmer aus den neuen EU-Staaten freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Arbeitnehmer aus Polen, Ungarn, Tschechien, Slowenien und der Slowakei sowie aus den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen können sich dann ohne Einschränkungen eine Arbeit in Deutschland suchen. Ausgeschlossen von der sogenannten Arbeitnehmerfreizügigkeit bleiben vorerst Rumänien und Bulgarien.