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Energiehändler Teldafax sieht akute Krise überwunden

Der angeschlagene Energiehändler Teldafax hat offenbar das Vertrauen von Banken zurückgewonnen. Hans-Gerd Höptner, seit 10. März neuer Firmenchef, sagte der Berliner Morgenpost, er habe erste Verträge mit Instituten unterzeichnet, "die uns ein Lastschrift-Einzugsverfahren wieder ermöglichen". Und: "Das hat direkte, positive Auswirkungen auf die Liquidität."

Das Unternehmen hatte Ende vergangenen Jahres ein Finanzproblem, Banken hatten sich geweigert, für Teldafax weiterhin Lastschrift-Einzugsverfahren abzuwickeln. Damit versiegte ein Teil der Einnahmen, Teldafax ging das Geld aus. Einige Netzbetreiber, bei denen das Unternehmen Rechnungen nicht begleichen konnte, leiteten daraufhin das Teldafax-Gas nicht mehr durch, unter anderem in Berlin. Die 8400 Kunden hier werden seither vom Grundversorger, der Gasag, beliefert.

Sanierer Höptner sagte jetzt: "Wir stehen im Grunde nicht schlecht da." Teldafax habe derzeit rund 100 Millionen Euro Außenstände, darunter einen Forderungsbestand von etwa 55 Millionen Euro an Kunden sowie rund 40 Millionen Euro an gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsleistungen, die Teldafax bereits an Netzbetreiber gezahlt hat. Das Problem sei einzig "die zeitliche Verfügbarkeit der Liquidität", sagt Höptner der Zeitung: "Wenn ich morgen Insolvenz wegen Liquiditätsproblemen anmelden müsste, würden wir in Reichtum sterben."

Höptner zufolge hat der größte konzernunabhängige Energiehändler Deutschlands im Zuge seiner Liquiditätskrise bislang nur etwa 36 000 seiner 700 000 Strom- und Gaskunden verloren. "Das ist sehr überschaubar." Bei dem neuen Teldafax-Eigner, der Fondsgesellschaft Prime Mark des britischen Investors Richard Reinert, handele es sich nicht um Finanzinvestoren, sondern um "langfristige strategische Anleger", sagte Höptner: "Das Ziel heißt Wachstum."