Einigung mit Zumwinkel und Ricke

Spitzelaffäre: Telekom schließt Vergleich mit Ex-Managern

Für die ehemaligen Topkonzernmanager Kai-Uwe Ricke und Klaus Zumwinkel endet die Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom wohl vergleichsweise glimpflich. Ricke, früher Vorstandschef, und Zumwinkel, einst Aufsichtsratchef, haben sich mit dem Bonner Konzern auf einen Vergleich geeinigt.

Sie sollen jeweils 600 000 Euro zahlen, wie aus der Einladung zur Telekom-Hauptversammlung hervorgeht. Davon müssen sie 250 000 Euro selbst übernehmen, für den Rest springt eine Manager-Haftpflichtversicherung ein. Ursprünglich wollte die Telekom von beiden für den Schaden durch die Spitzelaffäre je eine Million Euro eintreiben.

Den Vergleich hatten beide Seiten bereits vor zwei Monaten geschlossen - die Vergleichsumme blieb aber geheim. Kernpunkte der Einigung: Die Telekom erhebt keine zivilrechtlichen Ansprüche mehr gegen ihre ehemaligen Manager. Gleichzeitig bleiben Ricke und Zumwinkel bei ihrem Standpunkt, sie hätten ihre Pflichten nicht verletzt und auch keinen Anspruch auf Schadenersatz anerkannt. Als nächstes müssen die T-Aktionäre auf dem Gesellschaftertreffen am 12. Mai in Köln dem Vergleich noch zustimmen.

Die Spitzelaffäre bei der Telekom vor rund fünf Jahren war einer der größten Skandale der deutschen Unternehmensgeschichte. Die Telekom-Führung war 2005 fieberhaft auf der Suche nach einem Insider gewesen, der geheime Geschäftsinformationen an die Presse weitergab. Bald wurde einigen Dutzend Aufsichtsratsmitgliedern, Gewerkschaftern und Journalisten hinterher spioniert. Dafür wurden systematisch Telefon- und Handyverbindungsdaten erfasst, was klar illegal war. Der Konzern konnte Zumwinkel und Ricke allerdings nichts nachweisen. Sie standen anfangs in Verdacht, von den illegalen Nachforschungen gewusst oder sie sogar beauftragt zu haben. Beide hatten die Vorwürfe stets bestritten.

Das Landgericht Bonn verurteilte als Hauptperson in der Affäre hingegen einen ehemaligen leitenden Angestellten der Telekom-Sicherheitsabteilung. Im Herbst erhielt Klaus Trzeschan eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren, unter anderem wegen Verletzung des Fernmeldegeheimnisses.