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Baugewerbe: Gewerkschaft will im Tarifstreit den Schlichter anrufen

Baugewerbe

Gewerkschaft will im Tarifstreit den Schlichter anrufen

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) will im Tarifkonflikt im Baugewerbe bis 11. April den Schlichter anrufen. Die Schlichtungsstelle unter Vorsitz des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement muss dann binnen sieben Tagen zusammentreten. Die Tarifverhandlungen für die bundesweit 700 000 Beschäftigten der Branche waren am Donnerstag geplatzt. Arbeitgeber und Gewerkschaft konnten sich nicht auf ein höheres Einkommensniveau und eine Angleichung der Mindestlöhne in Ost und West einigen. Die IG BAU fordert 5,9 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber boten zuletzt in zwei Stufen je 2,0 Prozent bei 24 Monaten Vertragslaufzeit sowie zwei Einmalzahlungen von 0,5 Prozent.

Konjunktur

Weniger deutsche Firmen mit Milliardenumsatz

Die schwere Wirtschaftskrise hat 2009 die Zahl der Umsatzmilliardäre unter den deutschen Firmen kräftig gedrückt. 412 Unternehmen erlösten mindestens eine Milliarde Euro, 51 weniger als 2008. Ihre Lieferungen und Leistungen kamen zusammen auf einen Wert von 1528 Milliarden Euro, meldete das Statistische Bundesamt. "Dies entspricht fast einem Drittel der Umsätze aller steuerpflichtigen Unternehmen." Insgesamt gaben mehr als 3,1 Millionen Unternehmen eine Umsatzsteuer-Voranmeldung ab. Die Zahl der steuerpflichtigen Betriebe sank um 1,6 Prozent. Ihr Umsatz fiel um 9,5 Prozent auf 4898 Milliarden Euro. Aus den Umsatzsteuer-Vorauszahlungen nahm der Staat 146 Milliarden Euro ein. Das ist ein Plus von 10,8 Prozent.

Brauereien

Auseinandersetzungen um Rahmentarifvertrag

Bei den deutschen Brauereien mit ihren rund 28 000 Beschäftigten zeichnet sich eine harte Tarifauseinandersetzung ab. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fürchtet, dass die Belegschaft der Brauereien künftig in Stamm- und schlechter bezahlte Randbeschäftigte zerfällt. Der Deutsche Brauer-Bund hatte den bundeseinheitlichen Rahmentarifvertrag nach 25 Jahren gekündigt, weil sich die Arbeitsbedingungen inzwischen geändert haben. Unter den Rahmentarif fallen bisher Brauer, aber auch ihre Kollegen in Verwaltung und Vertrieb sowie Stapler- und Lastwagenfahrer. Zudem laufen regionale Tarifverhandlungen, in denen die NGG meist 5,5 Prozent mehr Geld fordert, was die Arbeitgeber ablehnen.