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Gesundheitswesen: Barmer-Chefin wechselt zur Pharmalobby in Berlin

Gesundheitswesen

Barmer-Chefin wechselt zur Pharmalobby in Berlin

Der deutschen Pharmabranche ist eine Personalüberraschung gelungen. Neue Chefin des Verbands forschender Arzneimittelhersteller wird Birgit Fischer. Die SPD-Politikerin leitet bisher die Barmer-GEK, die größte Ersatzkasse Deutschlands. Fischer folgt auf Cornelia Yzer, die den Verband nach mehr als zehn Jahren verlässt. Zuletzt hatte die Branche sich über die eher schwache Lobbyarbeit des Verbandes beklagt. CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn sagte: "Eine linke Sozialdemokratin wird oberste Pharmalobbyistin, das ist so, als würde Trittin Chef des Atomkonzerns E.on." Und: Die größte gesetzliche Krankenversicherung sei durch das Ausscheiden Fischers gleich mitbeschädigt. Auch die Sozialdemokraten hatten mit dem Schritt Fischers nicht gerechnet. "Ich persönlich war völlig überrascht, und zwar von beiden Seiten", sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Er erhoffe sich mehr Verständnis für die Forderung, die Arzneimittelpreise zu senken. Das ist wohl eher Wunschdenken.

Euro-Rettungsschirm

Bundeshaushalt wird mit weiteren Milliarden belastet

Auf den Bundeshaushalt kommen wegen des neuen Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) von 2013 an Belastungen zwischen 14 Milliarden und 22 Milliarden Euro zu. In dieser Größenordnung liege der deutsche Anteil am Grundkapital des dauerhaften Rettungsschirms, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf Experten des Finanzministeriums. Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder hatten sich vor einer Woche in Brüssel auf ein umfassendes Rettungspaket für die Gemeinschaftswährung geeinigt. Vorgesehen ist unter anderem, dass der befristete Rettungsschirm EFSF von 250 auf 440 Milliarden Euro effektives Kapital aufgestockt wird, bis 2013 der 500 Milliarden Euro umfassende permanente Schirm ESM kommt.

Daimler

Autokonzern investiert in Transporter-Sparte

Der Stuttgarter Autokonzern Daimler will sein Transportergeschäft ausbauen, vor allem in China, Lateinamerika und Russland sowie den USA und Kanada. Volker Mornhinweg, Chef der Sparte, sagte "Euro am Sonntag", allein 2011 und 2012 werde ein hoher dreistelliger Millionenbetrag investiert. Bis 2015 will die Sparte die Hälfte der Fahrzeuge außerhalb Europas verkaufen. Derzeit sind es erst 30 Prozent. 2010 verkaufte der Konzern rund 224 000 Fahrzeuge, ein Plus von 35,4 Prozent im Vergleich zu 2009. Der Umsatz legte um 25,7 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro zu, das operative Ergebnis verbesserte sich von 26 auf 451 Millionen Euro. Daimler fertigt die Transporter unter anderem in Ludwigsfelde südlich von Berlin.